Deutsche Bank
Sorgen um Strategie lässt Risikoprämie steigen

Die Deutsche Bank hat ihre Strategie auf den Prüfstand gestellt. Wahrscheinlich ist, dass der Konzern ganz oder teilweise aus dem Privatkundengeschäft aussteigt. Investoren sind besorgt, die Risikoprämie steigt.
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FrankfurtAnleihegläubiger der Deutsche Bank sorgen sich, dass ein Verkauf des Privatkundengeschäfts und die Ausrichtung auf das Investmentbanking der Bank die Einlagen entziehen könnte, die sie zur Finanzierung braucht. Damit würde das Risiko für die Investoren zunehmen.

Die Risikoprämie der vorrangigen Anleihe im Volumen von 1,5 Mrd. Euro und Fälligkeit im März 2025 gegenüber Benchmark-Zinsen ist auf 83 Basispunkte gestiegen, wie Daten von Bloomberg zeigen. Im März, als die Anleihe an den Markt kam, lag der Renditeaufschlag bei 55 Basispunkten. Zum Vergleich: die durchschnittliche Risikoprämie für vorrangige Bank-Bonds erhöhte sich um elf Basispunkte auf 48 Basispunkte. Das geht aus Index- Daten von Bank of America Merrill Lynch hervor.

Die größte deutsche Bank hat ihre Strategie auf den Prüfstand gestellt. Wahrscheinlich wird sie sich dafür entscheiden, ganz oder teilweise aus dem Privatkundengeschäft auszusteigen, wie eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist, in der vergangenen Woche sagte. Investoren sind besorgt, dass damit der stetige Fluss an liquiden Mitteln aus dem Privatkundengeschäft versiegen würde.

„Wenn sich die Deutsche Bank von ihrem Privatkundengeschäft trennen und zu einer reinen Investmentbank werden würde, wäre das negativ für die Anleihegläubiger”, sagte Paul Smillie, Analyst bei Columbia Threadneedle Investments in Singapur. Die Bank „würde volatilere Erträge bekommen, wäre abhängiger von Finanzierungen am Interbankenmarkt und bekäme ein riskanteres Profil.”

Die Kosten für Kreditausfallswaps zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall bei Anleihen der Deutschen Bank liegen laut Daten von Bloomberg mit 77 Basispunkte an einem Dreimonatshoch.

Die Bank will das Ergebnis ihrer Strategieüberprüfung im zweiten Quartal vorstellen. Das Ergebnis für das erste Quartal steht am 29. April an.

Die Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Deutsche Postbank haben sich in dieser Woche für einen unbefristeten Streik entschieden. Sie fordern Sicherheit für ihre Arbeitsplätze.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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