Deutsche Bank und Co.
S&P stuft europäische Großbanken ab

Die Ratingagentur S&P hat der Deutschen Bank, Credit Suisse und Barclays schlechtere Noten verpasst. S&P sieht insbesondere Unsicherheiten bei der Investmentsparte. Deshalb wurden auch andere Banken hochgestuft.
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FrankfurtDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) gibt der Deutschen Bank, Credit Suisse und Barclays schlechtere Noten. Die Bonitätswächter begründen ihren Schritt mit schärferen regulatorische Anforderungen und unsicheren Aussichten für das wichtige Kapitalmarktgeschäft. Das drücke auf die Rentabilität der Institute. „Wir sehen steigende Risiken für die großen europäischen Banken, die im Investmentbanking aktiv sind“, erklärte die Agentur am Dienstagabend.

Die langfristige Bewertung der drei Geldhäuser liegt nun bei „A“ und nicht mehr bei „A+“, der Rating-Ausblick ist stabil. Das entspricht dem Niveau der Schweizer UBS und des US-Branchenprimus JP Morgan, während S&P die reinen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley eine Stufe niedriger bewertet. Höher eingestuft werden dagegen Institute wie HSBC oder BNP Paribas, bei denen das Kapitalmarktgeschäft eine geringere Rolle spielt.

S&P hatte die Herabstufung der Institute, die deren Refinanzierung am Markt tendenziell verteuert, vor ein paar Monaten bereits signalisiert. Daher waren Investoren nicht überrascht. S&P sei mit den Erkenntnissen etwas spät dran, kommentieren die Experten vom Brokerhaus ETX Capital. „Dennoch sind das keine guten Nachrichten: Die Aussichten für die europäischen Banken sind wenig rosig.“ Befürchtungen vor einem Aufflammen der Schuldenkrise in Europa zogen die Aktien der Geldhäuser am Mittwoch in die Tiefe. Der europäische Bankenindex verlor 2,5 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank, von Credit Suisse und Barclays gaben jeweils mehr als drei Prozent ab. Zu der Ratingentscheidung äußerten sie sich nicht.

Die Agentur sieht diese Institute wegen ihrer vergleichsweise großen Abhängigkeit vom Investmentbanking besonders kritisch. Die Märkte blieben wacklig, die europäische Wirtschaft stagniere und die Kosten für Rechtsstreitigkeiten gingen nach oben. Zudem drohe speziell im Kapitalmarktgeschäft eine Vielzahl an schärferen Auflagen, wie etwa eine mögliche Abspaltung des Privatkundengeschäfts, härtere Bonusregeln oder höhere Kapitalanforderungen. Speziell bei der Deutschen Bank rechnet S&P auch mit negativen Folgen, sollten die USA die geplanten Kapitalregeln für Auslandsbanken verschärfen. Das würde die Gewinne der dortigen Geschäfte belasten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bank und Co.: S&P stuft europäische Großbanken ab"

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  • punktuell und zeitlich abgestimmt agieren US Kaperunternehmen. Mafioes vorbeteitet.
    Zwischen Fed, Bullionbanken, Aussen-/Regierungspolitik bilden sich abgestimmt offen erkennbar mittelfristige straetgische Zielrichtungen.

    Jetzt packen sie Afrika an. Rohstoffe, Energie, Landwirtschaft, schon um China einzugrenzen.
    Hierzu gilt es Finanzmärkte zu treiben.

  • Es ist beeindruckend, daß viele immer noch diesen Kaffeesatzlesern Glauben schenken.

  • Bei dem Keller-Inhalt hätte ich die Deutsche Bank schon längst auf RAMSCHNIVEAU gesetzt...?!!!!

    http://www.neuemitte.info/publikationen/item/4-deutsche-bank-ist-eine-wasserstoffbombe.html

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