Deutsche Versorgungslücke
Bitte ein Bond: Warum Anleihen unerlässlich sind

Während andere Anlagemöglichkeiten oft schwer zu kalkulieren sind, lassen sich die Erträge aus Staatsanleihen exakt berechnen. Die Zinspapiere sind deshalb ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge.

FrankfurtTheoretisch sind Anleihen das perfekte Instrument, mit dem Anleger privat für das Alter vorsorgen können. Das zeigt sich bereits im Namen: Anleihen werden auch "Renten" genannt. Das führt sogar dazu, dass 41 Prozent der Deutschen glauben, "Rentenfonds" sorgen für die Absicherung der gesetzlichen Rente. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Studie zum Wissen der Deutschen über Investmentfonds von Axa Investment Managers und TNS Infratest vom Frühjahr.

Dabei heißen Rentenpapiere nur so, weil der Begriff Rente für eine regelmäßige Zahlung steht. Und die sind für Anleihen charakteristisch: Staaten und Unternehmen leihen sich für eine bestimme Zeit Geld von Anlegern, zahlen dafür Zinsen, und am Ende der Laufzeit bekommen die Gläubiger ihr Geld zurück.

Lange Zeit stand es dabei für Anleger außer Frage, dass die Industrienationen ihre Anleihen immer zurückzahlen werden. Seit sich aber die Krise um die überschuldeten Länder im Euro-Raum immer weiter zuspitzt, ist das nicht mehr so. Bei Griechenland rechnen Anleger inzwischen fest mit einem Zahlungsausfall, ebenfalls bei Portugal und Irland. Mit Einschränkungen sind Anleger sogar bei Spanien und Italien unsicher, ob sie ihr Geld zurückbekommen, fordern deshalb höherere Zinsen.

Als Hort der Sicherheit gelten dagegen weiter deutsche Staatsanleihen: Deutschland ist zwar auch hochverschuldet, baut aber Schulden ab, und die Wirtschaft wächst stärker als im übrigen Euro-Raum. Nachteil für Anleger: Für deutsche Staatsanleihen bekommen sie nur noch extrem wenig Ertrag. Wer dem Bund zwei Jahre Geld leiht, erhält aktuell nur 0,5 Prozent Rendite, bei zehn Jahren sind es 1,8 Prozent.

Etwas mehr gibt es für Anleihen aus den Niederlanden, Finnland, Österreich und Frankreich - also den anderen Staaten, denen Anleger und Ratingagenturen eine sehr gute Bonität attestieren. Dabei mehren sich allerdings Zweifel mit Blick auf Frankreich, weil französische Banken viele Anleihen der europäischen Krisenstaaten gekauft haben. "Bei allen Staaten rückt die Stabilität des Bankensystems in den Fokus, weil Bankenkrisen die Staaten extrem belasten können", sagt Oliver Borgis, der bei der Berliner Weberbank das Portfoliomanagement für Anleihen leitet.

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