Deutscher Fondsverband BVI setzt auf Gespräche mit Bondemittenten
Anleihebesitzer fordern mehr Rechte von Unternehmen

Die Käufer von Unternehmensanleihen machen Druck. Sie fordern mehr Rechte von den Emittenten und rücken in ganz Europa enger zusammen. Jetzt preschen deutsche Fondsmanager vor.

FRANKFURT/M. Der BVI Bundesverband Investment und Asset Management will in Gesprächen mit den größten heimischen Emittenten von Anleihen wie der Deutschen Telekom und Daimler-Chrysler weiter vorankommen.

Der Forderungskatalog des BVI ist lang: So verlangt der Verband künftig von den Unternehmen, regelmäßig Emissionsprospekte vor der Platzierung vorzulegen. In den Prospekten stehen wichtige Einzelheiten über die Unternehmen und die Anleihen selbst. Investoren benötigen die Informationen, um sich ein genaues Bild über die Investments zu machen. Bislang werden die Prospekte häufig erst nach der Platzierung der Bonds und sogar erst auf Anfrage an Investoren verteilt. „Außerdem sollen die Unternehmen grundsätzlich mehr Informationen zur Verfügung stellen, zum Beispiel deutlicher machen, wofür sie das Geld einer Anleihe brauchen“, sagt Rudolf Siebel, Geschäftsführer des BVI. Er hofft, dass in diesen Punkten relativ rasch ein Erfolg erzielt wird.

Hintergrund des BVI-Vorstoßes ist eine Initiative von über 30 europäischen Fondsgesellschaften. Unter Führung von Gartmore, Barclays Global Investors und M&G hatten sie vor einem halben Jahr eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Darin geht es vor allem darum, dass Anleihebesitzer mehr Rechte bekommen, wie etwa die Mitsprache bei einer Insolvenz. Zudem fordern sie Anlegerschutzklauseln, die ihnen Sicherheiten bei Übernahmen einräumen oder sie schützen, wenn ein Unternehmen große Vermögensteile verkauft oder neue, besicherte Schulden aufnehmen will. Daneben will auch die europäische Initiative, bei der kein deutsches Haus mitarbeitet, mehr und schnellere Informationen bei Emissionen. Die bisherigen Erfolge: „Das Thema wird in ganz Europa diskutiert, und es gibt einen breiten Konsens, dass wir uns noch mehr Gehör verschaffen müssen“, sagt Karl Bergqwist, der das Kredit-Research bei Gartmore leitet. Die Bondbesitzer bräuchten gerade im Vergleich zu Aktionären und Banken mehr Rechte.

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