Deutschland
Konjunkturdaten drücken auf Bund-Future

Deutsche Bundanleihen verlieren an Wert. Grund dafür sind Konjunktursignale aus Deutschland, die besser ausfielen, als zuvor erwartet. Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren bei 1,77 Prozent.
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FrankfurtAnzeichen für eine Erholung der Konjunktur dies- und jenseits des Atlantiks haben die Anleger am Dienstag wieder mutiger werden lassen. Somit standen am Rentenmarkt deutsche und US-Staatsanleihen auf den Verkaufszetteln. Dies drückte den Bund-Future um 1,14 Punkte auf ein Sechs-Wochen-Tief von 141,09 Zählern. Entsprechend zog die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 1,793 Prozent von 1,694 Prozent an. So hoch hat die Bundesanleihe zuletzt Ende Juni rentiert. Auch die Renditen der entsprechenden US-Anleihen zogen auf 2,695 von 2,605 Prozent am Vorabend an.

Auslöser der Verkäufe war zunächst der unerwartet starke Anstieg des ZEW-Konjunkturindex. Börsianer erklärten, dass mit den besseren Daten aus der Euro-Zone auch weitere Zinssenkungen im Währungsraum etwas unwahrscheinlicher würden. "Den zunehmenden Konjunkturoptimismus halten wir für gerechtfertigt", erklärte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Die Daten seien ein weiteres Indiz für eine sich abzeichnende konjunkturelle Erholung in Deutschland aber auch der Euro-Zone, stimmt NordLB-Analyst Mario Gruppe zu. "Die Krise ist damit noch nicht vorbei - allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten ist." Die Anleger trauten sich somit wieder, italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen, erklärten Händler. Entsprechend gaben die Renditen beider Länder nach.

Der Anstieg des Einzelhandelsumsatzes im Juli in den USA wurde ebenfalls positiv aufgenommen. Zwar war der Umsatz insgesamt mit 0,2 Prozent nicht ganz so stark wie mit 0,3 Prozent erwartet gestiegen. Doch ohne Auto kletterte der Einzelhandelsumsatz um 0,5 Prozent und damit stärker als mit 0,4 Prozent gedacht. Zudem revidierte das Handelsministerium die Gesamt-Statistik (mit und ohne Autos) für den Juni nach oben.

Damit scheint der Beginn vom Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA laut Händlern wieder etwas näher gerückt. Der Euro rutschte auf 1,3260 Dollar von zuvor knapp 1,33 Dollar ab. Zum Yen stieg der Dollar auf 98,11 Yen von 96,89 Yen am Vorabend.





Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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