Die Liquidität des US-Telekomkonzerns ist hoch, aber es gibt Probleme im operativen Geschäft
Kurzläufer von AT&T ist attraktiv

Der amerikanische Telekomkonzern AT&T bietet am Anleihemarkt überdurchschnittlich hohe Renditen. Die Bonds rentieren sogar deutlich besser als zum Beispiel die von Alcatel oder Ericsson, obwohl die Telekomausrüster von den Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s als spekulative Schuldner eingestuft werden.

FRANKFURT/M. AT&T hat dagegen von beiden Agenturen das Gütesiegel „Investment-Grade“. Nur, wie lange noch? Sowohl S&P als auch Moody’s prüfen die Kreditwürdigkeit von AT&T und schließen eine Herabsetzung um zwei Stufen in den spekulativen Bereich nicht aus.

Die Ratingagentur Fitch hat diesen Schritt bereits vollzogen und bewertet die Zinspapiere der Telefongesellschaft seit gut einer Woche mit „BB+“ als Junkbonds (Schrottanleihen). Fitch begründet dies mit dem Besorgnis erregenden Umsatzeinbruch des Konzerns und dessen Wachstumsschwäche. Die Probleme im Kerngeschäft könnten die finanzielle Flexibilität einschränken, meint die Agentur.

Mit rückläufigen Umsätzen kämpft AT&T bereits seit einiger Zeit, denn die regionalen Festnetzanbieter fordern den einstigen Monopolisten mittels eines Preiskampfs heraus. „Das Problem bei AT&T liegt vor allem im operativen Geschäft“, meint auch Tobias Bettkober, Analyst für Telekomanleihen bei der Fondsgesellschaft Deka Investment. Er geht aber eher davon aus, dass S&P und Moody’s das Rating zunächst nur um eine Stufe senken und damit gerade noch im Investment-Grade-Bereich lassen. Auch Bettina Deuscher von der Landesbank Baden-Württemberg rechnet nicht damit, dass AT&T sofort ein Junkbond-Rating von S&P und Moody’s bekommt.

Weil die Unsicherheit aber nach wie vor über den Bonds schwebt, stuft Deuscher sie nur als „Underperformer“ ein. Sie erwartet also, dass sie sich schwächer entwickeln als andere Telekombonds. Dennoch rät sie die kurz laufenden Papiere zu halten. Positiv beurteilt die Analystin, dass der Konzern einen Strategiewechsel angekündigt hat und sich nicht mehr am Kampf um neue Privatkunden beteiligen will. Stattdessen will er sich auf wachstumsträchtige Bereiche wie das Geschäftskundensegment und neue Technologien wie die Internet-Telefonie konzentrieren.

Deka-Experte Bettkober hält dagegen die kurz laufenden Anleihen von AT&T für Investoren, die sich nicht auf Zinsanlagen im Investment-Grade-Bereich beschränken, für attraktiv.

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