Diskussion um Rückzahlung
Märkte trauen Schuldner Argentinien nicht

Mit mehreren Milliarden steht Argentinien bei anderen Ländern in der Kreide. Eigentlich gab es positive Signale für eine rasche Rückzahlung. Doch jetzt verzögern sich die Verhandlungen, weil sich die Argentinier nichts vom IWF sagen lassen wollen. Hauptgläubiger ist die Bundesrepublik.
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HB SAO PAULO. Anleger hatten schon darauf gesetzt, dass sich Argentinien nun rasch mit dem Pariser Club über die Rückzahlung seiner Schulden einigt. Doch nun gibt es Anzeichen, dass sich die Verhandlungen über rund 6,7 Mrd. Dollar, mit denen Argentinien bei anderen Ländern in der Kreide steht, noch länger hinziehen werden. Der argentinische Aktienindex Merval verzeichnete gestern mit 4,5 Prozent weltweit die stärksten Verluste. Auch die Anleihen gaben durchschnittlich rund vier Prozent nach. Der Pariser Club ist ein internationales Gremium, das bei Zahlungsunfähigkeit eines Landes zwischen dem Schuldnerland und seinen Geberländern vermittelt.

"Die Regierung hat schon öfters eine baldige Einigung verkündet, und es ist nichts geschehen", sagte Arturo Porzecanski, Lateinamerika-Experte und Direktor der Tinker-Foundation in den USA. Bereits vor zwei Jahren verkündete die gerade angetretene Präsidentin Fernández, dass sie die Staatsschulden zurückzahlen werde - doch die Finanzkrise durchkreuzte ihre Pläne.

Zudem triumphierte die argentinische Präsidentin in ihrer Ankündigung, dass die Verhandlungen mit dem Club auch ohne ein vorheriges Gutachten des Internationalen Währungsfonds (IWF) beginnen würden. Der Pariser Club benötigt für Umschuldungen aber ein Abkommen mit dem Fonds als formelle Voraussetzung. Argentinien verweigert jedoch jegliche Beaufsichtigung durch den Fonds, den die Regierung für die früheren Krisen Argentiniens verantwortlich macht.

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