Drohende Zahlungsunfähigkeit S&P droht USA mit radikaler Herabstufung von Anleihen

Am 4. August muss die USA Staatsanleihen zurückzahlen. Doch dafür müssen die Amerikaner die Schuldenobergrenze anheben. Sollte der Kongress dies ablehnen, droht die Ratingagentur S&P mit drastischen Konsequenzen.
Update: 30.06.2011 - 08:08 Uhr 17 Kommentare
Am 4. August muss die USA die Staatsanleihen zurückzahlen. Ansonsten wird die Ratingagentur S+P das Land sofort auf „D“ heruntergestuft. Quelle: ap

Am 4. August muss die USA die Staatsanleihen zurückzahlen. Ansonsten wird die Ratingagentur S+P das Land sofort auf „D“ heruntergestuft.

(Foto: ap)

New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's droht den USA im Fall der Zahlungsunfähigkeit mit einer radikalen Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Sollten die USA am 4. August fällig werdende Staatsanleihen nicht zurückzahlen können, würden diese unmittelbar auf „D“ heruntergestuft, sagte S&P-Geschäftsführer John Chambers der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Bonitätsnote werde sofort gesenkt, es gebe keine Schonfrist.

Auch andere US-Schuldscheine würden herabgestuft, aber nicht in diesem Ausmaß. S&P hatte die USA im April vor einem Entzug ihrer bisherigen Bonitäts-Höchstnote „AAA“ gewarnt. Chambers betonte, eine Zahlungsunfähigkeit sei aber extrem unwahrscheinlich.

In den USA streiten sich seit Monaten Demokraten und Republikaner über die Anhebung der Schuldengrenze. Die USA hatten Mitte Mai die gesetzlich erlaubte Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar erreicht und dürfen sich kein frisches Geld mehr leihen. Derzeit kann die US-Regierung ihre Rechnungen nur mit Hilfe von Sondermaßnahmen bezahlen. Das Finanzministerium kann nach eigenen Angaben so jedoch nur noch bis zum 2. August Mittel auftreiben, um Rechnungen zu begleichen. Sollte sich der Kongress nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen, droht der Regierung in Washington die Zahlungsunfähigkeit. Experten warnen vor einem Rückfall in die Rezession und gravierenden Folgen für die internationalen Finanzmärkte. Zuletzt hatte sich Präsident Barack Obama als Vermittler zwischen den Konfliktparteien versucht, die kaum Bereitschaft zu Kompromissen erkennen lassen.

S&P hatte im April als erste der drei großen Ratingagenturen das Spitzenrating "AAA" für die USA in Frage gestellt und mit einer Herabstufung gedroht, falls das Land seine Schuldenprobleme nicht entschlossen angehe.

Inzwischen haben sich auch die Konkurrenten Fitch und Moody's kritisch zu den USA geäußert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert ebenfalls ein schnelles Handeln. „Natürlich sollte die Schuldenobergrenze schnell angehoben werden, damit ein ernsthafter Schock für die Wirtschaft und die weltweiten Finanzmärkte vermieden werden kann“, erklärte der IWF am Mittwoch in seiner jährlichen Bestandsaufnahme der US-Wirtschaft. Die entscheidende Herausforderung für die amerikanische Politik sei es, den Schuldenstand bis Mitte des Jahrzehnts zu stabilisieren und danach schrittweise zu reduzieren, ohne das Wachstum zu belasten, das noch einige Zeit schwach bleiben dürfte.
Sollten die USA ihr Spitzenrating verlieren, fürchtet der IWF weltweit negative Folgen: „Diese Risiken haben auch bedeutende globale Auswirkungen wegen der zentralen Rolle der US-Staatsanleihen in den weltweiten Finanzmärkten“, warnte der Währungsfonds. Wichtig sei, die Schuldenstandsquote zu stabilisieren und mittelfristig zu senken.

  • rtr
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17 Kommentare zu "Drohende Zahlungsunfähigkeit: S&P droht USA mit radikaler Herabstufung von Anleihen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn etwas von einem Tag von AAA auf 'D' an einem Tag fallen kann, muss ich doch das Ganze System in Zweifel ziehen. Eigentlich dürfte es hier keine Warnung geben sondern wenigstens mal eine kleinere Abstufung auf AA+ wenn man doch schon eine Gefahr sieht. Sinn eines Ratings ist doch die Gefahr frühzeitig zu streuen. Ein AAA auf 'D' setzen, wenn die SCH**** am dampfen ist kann schliesslich jeder...

  • Keiner weiß in Europa, ob und welche Goldreserven in den USA wirlich vorhanden sind. Mir scheint, daß alles vermeiden werden soll, daß überhaupt sich jemand der deutschen Goldreserven erinnert. Die Absancen im Goldkursverlauf lassen vermuten, daß Gold tonnenweise in den Markt geworfen wurde, um irgendwo irgend welche Finanzierungslücken zu schließen, bzw. privilegierten Gruppen noch einmal Kaufgelegenheiten zu bieten, um sich vom USD zu verabschieden. Der Goldpreis ist seit ca. fünf Jahren im Jahresdurchschnitt zwischen 20 und 50% zu niedrig, was für einen Abbau der Goldbestände in den USA spricht.

  • Es ist schon richtig, wie hier auch der eine oder andere im Forum vermutet: Die Ratingagenturen - die ja zufällig alle aus USA sind - vergeben politisch motivierte Ratings gegenüber Staatsanleihen. Böse Zungen würden sagen, sie sind Teil des amerikanischen Wirtschaftsimperialismus. Fachlich fundiert sind diese Agenturen in keinem Fall, denn sie haben ja die Schrottpapiere, die zur Finazkrise geführt haben, damals allesamt mit AAA benotet.
    Das Problem an der Sache ist nur, daß wir Europäer (im übrigen die Asiaten auch) wie die Lemminge den Agenturen folgen und nicht eine europäiche Agentur aufbauen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Vielleicht jetzt dann endlich. Der Vorschlag für eine europäische Ratingagentur ist ja schon im Handelsblatt beschrieben worden.

  • @ Wanninger
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    Mensch Wanninger, Sie erinnern mich an den "Inspektor Wanninger" aus dem Fernsehen, den ich vor 40 Jahren als Kind so gerne gesehen habe.
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    Tendenziell sind Sie natürlich nahe dran an der Wahrheit, nur die Rothschilds drucken doch heute kein Geld mehr, um die Geldmenge zu erhöhen (monetary easing). Das weiß doch jeder Depp, dass die umlaufende Geldmenge (also das real gedruckte und geprägte und damit verfügbare Geld) nur einen Bruchteil aller Volumen von Guthaben und Schulden ausmacht.
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    Nein, die Rothschilds vergrößern die Geldmenge heutzutage einfach per Computer und Mausklick.
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    Zitat aus dem Handelsblatt v. 17.12.2010.
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    "DIE GELDMACHER DER EZB"
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    Christine Glockmann, Bundesbank, Frankfurt, Hauptgruppenleiterin geldpolitische Geschäfte, steht auf ihrer Visitenkarte. Sie ist die Herrin des Geldes, eine Notärztin, gerufen ans Krankenbett der Weltwirtschaft. Mit Geldinfusionen verhindert sie seit Monaten den Infarkt des Kapitalismus. Im Auftrag der Europäischen Zentralbank versorgt sie rund 2100 Geschäftsbanken mit Geld. So verhindert Glockmann, dass Banken untergehen, dass der
    Geldkreislauf der Wirtschaft und mit ihm vielleicht ganze Länder kollabieren."
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    In Wirklichkeit sitzen also bei der FED und bei allen der FED untergeordneten Notenbanken der Welt irgendwelche Lakaien an ihren Computern, die im Auftrag der Rothschilds per Mausklick Geld erschaffen.
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    Alles klar?
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    Zwei Fragen an das geneigte Publikum hätte ich aber noch. Warum liegt eigentlich das deutsche Gold (man spricht von 3000 bis 3700 Tonnen) bei den Rothschilds in New York und wäre es nicht an der Zeit, das deutsche Gold nach Deutschland zurückzuholen?

  • Schmierenkomödie! Gedruckt wird, was die alte Presse hergibt.
    Solange die Menschheit sich betrügen lässt, wird weitergedruckt. Vorm Zusammenbruch wollen die CIA-FED-Government-Slush-Funds noch jede Menge einkaufen. Ackerland in Afrika, Unternehmen in Europa. Noch ein wenig Rohstoffe.
    Die Ratingagenturen handeln eh auf Weisung des FED-Government-Goldman Sachs Kartells. Das sind alles pathologische Lügner und Verbrecher.

    Wenn man bedenkt, dass die Chinesen mit dem wertlosen grünen Papier hier in Deutschland reale Unternehmen aufkaufen, kommt man aus dem lachen nicht mehr raus. Und dann kaufen die Chinesen noch mehr US-Anleihen, damit die Amerikaner weiter Waren in China bestellen können. Die chinesische Regierung konfisziert die US-Dollar, bezahlt die chinesischen Unternehmen mit frisch gedruckten Yuan, und die chinesische Regierung geht mit dem grünen Papier wieder auf Einkaufstour in Europa und Afrika. Dann kaufen die Chinesen neue US-Staatsanleihen, die FED druckt Geld, die Amerikaner kaufen neue Waren in China...
    Klappsmühle. Der Dollar ist erledigt. Nur unserem New World Order Hosenanzug und der Mann mit dem Koffer kapieren wieder einmal Bahnhof. Schäuble und Merkel sind ein echtes Horrorduo.
    Schäuble tut immer so, als würde er etwas verstehen,- kapiert aber Grundsätzliches nicht mal im Ansatz.

  • Die Ratingagentur Standard & Poor's droht den USA im Fall der Zahlungsunfähigkeit mit einer radikalen Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit.
    ...
    Inzwischen haben sich auch die Konkurrenten Fitch und Moody's kritisch zu den USA geäußert.
    LMAO

  • Ja, der innere Wert dieser bunt bedruckten Scheinchen wird auch Brennwert genannt. Erfinder sind die Chinesen. In deren 1000-jährigen Gelddruckkunst haben sie sich mehrmals reichlich vertan und einige Inflationen ausgelöst. Diese Tradition lebt im heutigen Volksgeld weiter. Massenweise werden für 1,3 Mrd. Bürger bei hoher Inflation Scheinchen bedruckt, die den Wert von Hochglanz-Prospekten haben. Damit aber bezahlen sie ihre Leute und eingesetzte Materialien, deren Energieeinsatz für Stahl und Zement enorm ist, wofür sie jeden Tag ein neues Kraftwerk in Betrieb nehmen, die Umwelt verpesten, Infrastrukturen schaffen, die letztlich ungenutzt bleiben oder schon überholt sind, weil sie ja nichts gekostet haben; Ja, gut, Papier und Druckerfarbe.
    Da das ganze System ausschließlich auf den guten Glauben ausländischer Investoren und Handelspartner funktioniert, wird mit dem Ankauf von Staatsanleihen und Airbus-Bestellungen Imagepflege betrieben.
    Der Hintergrund ist, daß China seiner eigenen Währung nicht traut, US-Anleihen abstößt, dafür in den Euro geht, um sich wenigstens einen Markt zu sichern.
    Deshalb USA und China: BBB
    Da Papier brennt und Grund und Boden nicht, behalten die Chinesen wenigstens darüber die Kontrolle.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/195/2

  • @ kuac:

    Ratingagenturen verkaufen ihre Ratingergebnisse an interessierte Investoren. Ausserdem können sie die Ratingkosten dem bewerteten Emittenten in Rechnung stellen (bspw. bei einem "beantraten Rating", das auf Initiative des Emittenten einer Anleihe getätigt wird). Bei einem "nicht beantragten Rating" wird die Bonitätsprüfung (= Rating) jedoch ohne Zutun des Emittenten durchgeführt, auf Basis von öffentlich zugänglichen Informationen wie etwa Bilanzen, GuVs oder Kapitalflussrechnungen.

    @ all:
    Meiner Meinung nach sind die Ratingagenturen ein "Spielball" der US-Regierung und der FED, die - je nach Bedarf - die Finanzmärkte erschüttern oder beflügeln können. Die Ratingergebnisse sind somit ein Stück weit politisch motiviert. Wie sonst ist es zu erklären, dass Ratingurteile beinahe täglich oder wöchentlich geändert werden? Ein Ratingprozess ist sehr umfangreich, komplex und zeitintensiv, weshalb eine "verlässliche" Bonitätsprüfung eines Emittenten nicht in solch einer kurzen Zeit möglich ist.

    Mein Vorschlag zur Vermeidung einer andauernden Herabstufung von Ratings wäre eine Anpassung der Ratingklassen. Die Sprünge zwischen den Ratingklassen (bspw. AAA zu AA+ ist zu gering, sodass bei einer Abstufung in diesem Bereich meist sofort mehrere Ratingklassen nach unten gestuft wird). Somit müssten die Kreditausfallspreads angepasst werden, sodass eine größere Flexibilität innerhalb der Ratingklassen gewährleistet werden könnte.

  • Kann mir bitte jemand erklären, wie die Ratingagenturen Geld verdienen und von wem sie abhängen oder wer eigentlich dahinter steckt?

  • Irgendetwas Großes wird da geplant. Eine Krähe hackt der anderen Krähe doch kein Auge aus. Die USA wollen sich bestimmt ihre Schulden entledigen mit einem Taschenspielertrick!

    Hatte schon vor Wochen beim Bundestag eine Online-Petition eingereicht, die erreichen soll, dass Deutschland seine Goldreserven aus den USA in den nächsten Monaten zurückholt. Leider wurde diese nicht zur Mitzeichnung zugelassen, ohne Angabe von Gründen.

    Leute, die Amis bereiten da etwas ganz Großes vor! Und ich tippe mal, dass der Rest der Welt wieder die Dummen sind!

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