Dubai World

Stillhalteabkommen mit Gläubigern?

Die hoch verschuldete Staatsholding Dubai World will nach Insiderinformationen offenbar ein Stillhalteabkommen mit seinen Gläubigern erzielen. Die Schulden könnten rund 40 Milliarden Dollar betragen. Eine Zeitung meldet, dass auch eine volle Rückzahlung eine Option wäre.
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Sonnenuntergang in Dubai: Halten die Gläubiger still? Quelle: Reuters

Sonnenuntergang in Dubai: Halten die Gläubiger still?

(Foto: Reuters)

rtr DUBAI. Der hoch verschuldete Staatskonzern Dubai World will Kreisen zufolge im Januar mit seinen Gläubigern ein Stillhalteabkommen erzielen. Ein entsprechender Vorschlag solle Mitte Januar vorgelegt werden und Ende Januar in Kraft treten, hieß es am Montag nach einem Treffen des Unternehmens mit rund 90 Geldgebern in Bankenkreisen. Bei der Zusammenkunft habe Dubai World die Gläubiger zudem darüber informiert, dass der staatliche Bauherr der berühmten Insel in Palmenform insgesamt rund 40 Mrd. Dollar an Schulden angehäuft hat.

Entgegen der Erwartungen hatte Dubai World bei der Zusammenkunft seine Gläubiger nicht offiziell um ein Stillhalteabkommen gebeten, sondern lediglich mögliche weitere Schritte sondiert, wie der Konzern mitteilte. Die Gläubiger müssten nun ein Gremium bilden, damit die Gespräche weitergehen könnten. Man wolle jedoch weiterhin gemeinsam mit den Gläubigern ein "geordnetes" Stillhalteabkommen erreichen.

Dubai World muss seine Kreditgeber - darunter HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered, Emirates NBD und Abu Dhabi Commercial Bank - von einem Zahlungsaufschub überzeugen, um seinen gewaltigen Schuldenberg umstrukturieren zu können. Ende November hatte der Konzern um einen sechsmonatige Fristverlängerung für die Rückzahlung von insgesamt 26 Mrd. Dollar an Schulden gebeten und damit an den Märkten weltweit Furcht vor einer zweiten Welle der Finanzkrise ausgelöst. Dubai hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen spektakulären Bauprojekten Investoren angelockt, dabei aber auch einen riesigen Schuldenberg angehäuft.

Die Banken hatten die Kredite an die staatlichen Unternehmen Dubais in der Annahme vergeben, dass die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate notfalls für die Forderungen geradestehen würde. Vergangene Woche griff der ölreiche Nachbar Abu Dhabi Dubai schließlich mit zehn Mrd. Dollar unter die Arme und bewahrte damit die Dubai-World-Tochter Nakheel vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit. Die Verzögerung und die schlechte Informationspolitik könnten der Reputation des Dubais jedoch dauerhaft geschadet haben.

Eine Zeitung aus Abu Dhabi berichtete indes, auch eine vollständige Rückzahlung der Schulden sei nicht ausgeschlossen. Dies sei mittelfristig eine Option, zitierte "The National" zwei führende Regierungsvertreter Dubais. Eine vollständige Rückzahlung gilt jedoch als unwahrscheinlichste aller verfügbaren Möglichkeiten. In der Bankenbranche wird vielmehr erwartet, dass Dubai World einen Zahlungsaufschub von mindestens einem Jahr und Zinszahlungen in dieser Zeit vorschlagen wird. Sollte Dubai World ein Stillhalteabkommen mit seinen Gläubigern erzielen, kann der Konzern nach eigenen Angaben auch auf finanzielle Unterstützung durch die Regierung zählen, um die Fortführung wichtiger Projekte sicherzustellen. Für weitere Schuldenrückzahlungen Dubais im kommenden Jahr könnte das Emirat nach den Worten des Wirtschaftsministers der VAE, Sultan bin Said al-Mansuri, noch weitere Hilfen entweder von der Bundesregierung der VAE oder dem wohlhabenden Nachbar Abu Dhabi erhalten.

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