DVFA-Standards: Firmen sollen mehr über Anleihen informieren

DVFA-Standards
Firmen sollen mehr über Anleihen informieren

Investoren und Analysten fordern detailliertere Angaben von Unternehmen. Deswegen hat die Analyse- und Asset-Management-Vereinigung DVFA jetzt Mindeststandards festgelegt.
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FrankfurtUnternehmen informieren ihre Aktionäre besser als ihre Anleihegläubiger. Davon sind die in der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset-Management (DVFA) zusammengeschlossenen Analysten und Investoren überzeugt. Sie wollen das aber nicht länger hinnehmen und haben deshalb Mindeststandards vorgelegt, die Unternehmen beachten sollen.

An erster Stelle steht dabei die Gleichbehandlung von Bondinvestoren und Aktionären. „Unsere Kollegen von der Aktienseite bekommen in der Regel häufiger Besuch von hochrangigen Unternehmensvertretern, sie werden früher in strategische Planungen der Unternehmen mit eingebunden, und auch die Präsentation von Zahlen ist mehr auf sie zugeschnitten“, sagt Markus Walchshofer. Er ist Fondsmanager für Unternehmensanleihen bei Union Investment und einer der führenden Köpfe der DVFA-Initiative. Die Unternehmen sollten die Informationsbedürfnisse der Anleihekäufer bedienen, häufig den Dialog mit Bondinvestoren suchen und mindestens einmal jährlich eine Präsentation zusammenstellen, fordert die DVFA. Zu den Daten, die Anleiheprofis besonders interessieren, gehören Kennzahlen zur Verschuldung, zum Verhältnis von Einnahmen und Zinszahlungen und zur Kapitalstruktur der Unternehmen.

Die entsprechenden Informationen sollten Firmen auch schon vor der Platzierung von neuen Anleihen zur Verfügung stellen, außerdem sollten die Emissionsprospekte nicht zu spät vorgelegt werden und das Wesentliche auf vier bis sechs Seiten zusammenfassen.

Ähnliche Forderungen gab es schon vor über sieben Jahren

Neu sind solche Forderungen indes nicht. Bereits im Herbst 2003 gab es die ersten Zusammenschlüsse von Investoren, die mehr Rechte und Informationen für Anleihebesitzer forderten. „Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts hat sich die Bond-Kommunikation gerade der großen, im Dax 30 gelisteten Unternehmen schon verbessert“, sagt Walchshofer. So gebe es ja zum Beispiel das Konzept der „Bondholder-Relations“. Dennoch sieht der Fondsmanager noch Verbesserungsbedarf. Besondere Brisanz hat das Thema laut Walchshofer, da sich auch immer mehr mittelständische Unternehmen erstmals über Anleihen finanzieren: „Gerade für die Unternehmen, die noch kaum Kapitalmarkterfahrung haben, könnten unsere Mindeststandards als erster Leitfaden gelten.“


Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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