EFSF-Anleihe

Der Krisenfonds profitiert von der Krise

Der europäische Krisenfonds EFSF bringt kurzfristige Schuldverschreibungen auf den Markt. Die Papiere sind bei den Investoren sind so gefragt, dass diese sogar draufzahlen, um ihr Geld dem EFSF zu geben.
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Der Euro-Krisenfonds EFSF erzielt eine negative Rendite von 0,0113 Prozent. Quelle: dapd

Der Euro-Krisenfonds EFSF erzielt eine negative Rendite von 0,0113 Prozent.

(Foto: dapd)

Frankfurt/ MainDer Negativzins-Club im Euroraum erhält Zulauf: Nach Deutschland, den Niederlanden und Frankreich konnte Dienstag erstmals auch der Krisenfonds EFSF Geld mit der Ausgabe neuer kurzfristiger Schuldverschreibungen verdienen. Auch Belgien gesellte sich zu der Gruppe der Länder, die auf Minusrenditen für ihre kurzfristigen Schulden kommen. Das heißt Anleger zahlen drauf, um Belgiens Staatshaushalt kurzfristig finanzieren zu dürfen. Euro-Krisenländer wie Spanien und Italien müssen dagegen weiter hohe Zinsen zahlen.
Als Grund für die starke Nachfrage nach Papieren bonitätsstarker staatlicher Schuldner gilt die Kombination aus Niedrigzinspolitik und üppiger Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Sie erschwert Banken und Großanlegern die Suche nach Parkplätzen für überschüssige Mittel und drückt so die Renditen. Auch Spanien und Italien kamen zuletzt günstiger an frische Mittel - Experten sehen die Lage trotzdem weiter kritisch.

Der EFSF erzielte bei der Auktion eines sechsmonatigen Geldmarktpapiers eine negative Rendite von 0,0113 Prozent, wie die deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Insgesamt drängten Anleger der Luxemburger Zweckgesellschaft 1,49 Milliarden Euro auf. Der EFSF finanziert im Auftrag der Euro-Gemeinschaft die Anpassungsprogramme in den Krisenländern unter dem Rettungsschirm.
Zuvor hatte sich auch Belgien im kurzen Laufzeitbereich zu negativen Zinsen frisches Geld bei Investoren besorgt. Bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren mit dreimonatiger Laufzeit lag die Rendite mit 0,016 Prozent im Minus, teilte die belgische Schuldenagentur mit. Insgesamt sammelte Belgien bei der Auktion am Dienstag wie geplant drei Milliarden Euro ein. Allerdings kamen auch zwölfmonatige Papiere unter den Hammer, bei denen die Rendite mit 0,04 Prozent noch leicht im positiven Bereich lag.

Das Kunststück, Anleger zur Kasse zu bitten, um den eigenen Staatshaushalt finanzieren zu lassen, hatte in der Vorwoche bereits Frankreich vollbracht. Deutschland und den Niederlanden gelingt dies schon länger. Um deutsche Papiere reißt sich der Markt sogar so sehr, dass der Bund derzeit für bis zu zwei Jahre keine Zinsen bieten muss.

Der Club der Negativ-Renditen
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5 Kommentare zu "EFSF-Anleihe: Das Kunststück, Anleger zur Kasse zu bitten"

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  • Dann macht es Irland ja richtig, endlich wieder zu investieren, statt alles verfallen zu lassen.

  • Die EU- und Euroverträge, von der deutsch-französische Interessengemeinschaft den anderen Mitgliedern diktiert, sind die Ursache dieser Entwicklung. Am Ende wird es, wie jetzt schon erkennbar, eine Konzentration der Euro-Industrie in einigen Länder mit größerer und stärkerer Wirtschaften stattfinden, während die kleinere Wirtschaften als Niedriglohnländer oder Bananenrepubliken degradiert werden. Als Produzent und Lieferant von Billigprodukte werden sich diese europäische Bananenrepubliken gegen den Wettbewerb aus Asien durch extrem niedrige Löhnen und Sozialdumping wehren müssen. Ob mit Erfolg ist zu bezweifeln.
    Die zahlreiche Nachteile dieser Entwicklung liegen auf der Hand. Fähige und gut ausgebildete Fachkräfte werden massenweise das alte Kontinent verlassen

  • Eine gute Show für Dumme. Wo kommt das Geld her? Ist das überhaupt Geld? :) Ich lach mich zu tode. Naja bei negativ Zinsen können wir der Bevölkerung gut verkaufen das wir für jeden Misst haften und dabei ja noch was "verdienen". You are a stupid man's idiot! Wenn man hier nichts weiter als Manipulation der Anleihemärkte für politische Zwecke sieht.

    Viele Grüße
    Angelsachsien

  • Um deutsche Papiere reißt sich der Markt sogar so sehr, dass der Bund derzeit für bis zu zwei Jahre keine Zinsen bieten muss.
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    Keine Zinsen? Ist das nicht unmoralisch?


  • m Augenblick wird Finland gerade von Spanien bestochen , damit Finland doch noch den 100 Milliarden für Spaniens Banken zustimmt . Die spanische Presse informiert heute , dass Spanien direkte Zahlungen/Garantien im Gegenzuge leisten will , damit das Geld trotzdem fliesst. http://www.eleconomista.es/economia/noticias/4124541/07/12/Finlandia-y-Espana-acuerdo-sobre-las-garantias-del-rescate-segun-un-parlamentario.html
    Man fragt sich dann natürlich : ist der Rest Europas zu blöd ?
    Hier betreibt Spanien hinter den Kulissen mal wieder eigenbröderische Bestechung , die letztendlich zu Lasten der anderen gehen kann . Also wo bleiben die Garantien für die anderen Länder ? Bedrohlich finde ich diese Haltung , die nur zur Uneinigkeit innerhalb der EU führen kann , wenn hinter den Kulissen klare Linien aufgeweicht werden .
    Wie sieht es denn letztendlich mit den Garantien für Deutschland aus , wenn Finland sie in dieser Art und Weise bekommt ? ...was für ein Sauladen ist die EU eigentlich .

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