Emerging Markets etablieren sich auch auf der Bondseite
Anleihen aus Brasilien oder Polen sind lukrativ

Während in den Industrienationen die Anleger mit historisch niedrigen Zinsen abgespeist wurden, erzielten sie mit Anleihen aus Schwellenländern in den vergangenen Jahren beachtliche Renditen.

Da war es kein Wunder, dass im vergangenen Jahr 279 Mrd. Dollar privates Kapital in die Entwicklungsländer flossen, wie das Institute of International Finance ermittelte – ein Drittel mehr als im Jahr zuvor und mehr als doppelt soviel wie im Jahr 2002.

Bei soviel Nachfrage war es auch kein Wunder, dass es mit den Kursen in atemberaubende Höhen ging. „In den vergangenen Jahren haben wir nur eine Richtung gesehen“, sagt Mauro Toldo, Emerging Markets-Experte bei der Deka-Bank. Mit den Renditen ging es entsprechend nach unten: Anfang März notierte der EMBI+-Index nur noch bei 330 Basispunkten. Der Index von JP Morgan misst die Risikoprämien für Schwellenländer- Bonds. Anleger zahlten also gegenüber den gleichlaufenden US-Staatsanleihen nur noch einen Risikoaufschlag (Spread) von 3,3 Prozentpunkten.

„Eine Korrektur war überfällig“, sagt Toldo. Und so stieg der EMBI+ seit Anfang März wieder von 330 auf 390 Basispunkte. „Es waren vor allem Hedge-Fonds und große Investoren, die nicht traditionell in Schwellenländer investieren, die die Rally der vergangenen Monate angeheizt haben“, sagt Toldo. „Und die sind jetzt wieder draußen.“

Mohammed El-Erian, der für die Allianz-Tochter Pimco Anleihen in Schwellenländern verwaltet, bezeichnet die Neueinsteiger als „Touristen“. Die investierten in Emerging Markets, ohne Chancen und Risiken dieser Märkte zu kennen.

So „wurde in den vergangenen Wochen querbeet verkauft“, sagt Stefan Amenda, Fondsmanager bei der Hypo-Vereinsbank-Tochter Activest. In der letzten März-Woche erlitten laut Studie von Emerging Portfolio Fund Research Schwellenländerfonds erstmals in diesem Jahr einen Netto-Mittelabfluss.

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