Emission über Auktionsverfahren
Deutschland plant zweite Inflationsanleihe

Deutschland wird am 24. Oktober eine Anleihe über vier Mrd. Euro begeben, deren Zins- und Rückzahlung an die Inflationsrate gekoppelt sind. Fällig wird sie im April 2013. Es ist erst die zweite inflationsindexierte Anleihe des Bundes.

FRANKFURT. Im März vergangenen Jahres hatte Deutschland einen zehnjährigen sogenannten Linker begeben, der 2016 ausläuft und nach mehreren Aufstockungen elf Mrd. Euro schwer ist. Viele andere Länder begeben regelmäßig neue inflationsindexierte Bonds.

Anleiheinvestoren warten schon länger auf den zweiten deutschen Linker. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte im April angekündigt, dass Deutschland in diesem Jahr das Angebot an inflationsindexierten Anleihen um bis zu neun Mrd. Euro erweitern werde. In diesem Jahr hat der Bund bislang nur die existierende Anleihe um zwei Mrd. Euro aufgestockt.

Der neue Bond wird in einem für Bundesanleihen üblichen Auktionsverfahren begeben, bei denen die für Bundesauktionen zugelassenen Banken Gebote abgeben. Bei der Einführung der Anleihe und der ersten Aufstockung 2006 hatte der Bund ein Bankenkonsortium gewählt, das die Anleihen direkt an Investoren verkaufte.

Die Finanzagentur des Bundes, die die Schulden Deutschlands verwaltet und für den Kapitalmarktauftritt zuständig ist, hatte noch im April dafür plädiert, Linker mit neuen Laufzeiten ebenfalls über ein Bankenkonsortium zu platzieren. Sie will dadurch neue Investoren ansprechen und sicherstellen, dass die Anleihe genügend internationale Abnehmer findet. Das Finanzministerium hat indes das Ziel ausgegeben, mittelfristig alle Bundesanleihen – auch die Linker – im Auktionsverfahren zu platzieren, um dem Bund die Gebühren für die Konsortialbanken zu ersparen.

Die neue gut fünfjährige inflationsindexierte Bundesanleihe wird einen realen Zinsschein von 2,5 Prozent haben. Auf diesen wird die Inflationsrate – gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex der Euro-Zone ohne Tabakwaren – aufgeschlagen. Die ursprünglich am 24. Oktober vorgesehene Aufstockung der herkömmlichen fünfjährigen Bundesobligation um fünf Mrd. Euro hat die Finanzagentur um eine Woche verschoben.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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