Emittenten werben um Vertrauen
Der Markt für Pfandbriefe ist angeschlagen

Seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers vor fünf Wochen ist der durchschnittliche monatliche Pfandbrief-Absatz um fast 70 Prozent eingebrochen. Nun werben Emittenten um Vertrauen für ihr wichtigstes Refinanzierungsinstrument und bekommen Unterstützung von der Regierung.

FRANKFURT. Die Zuspitzung der Bankenkrise hat selbst den Markt für sichere Pfandbriefe so stark erfasst, wie es sich Emittenten in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorgestellt hätten. Der Handel mit Pfandbriefen liegt schon länger mehr oder weniger brach. Entsprechend haben schon kleinere Umsätze die Risikoprämien der Pfandbriefe nach oben getrieben.

"Auch auf dem Pfandbriefmarkt sind seit der Lehman-Pleite schwerere Zeiten angebrochen", sagt Henning Rasche, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) und Vorstand der Eurohypo, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Pfandbriefe - mit Staatskrediten oder Hypotheken gedeckte Anleihen - sind für die Banken wichtig, weil Investoren für gedeckte Anleihen deutlich weniger Rendite verlangen als für ungedeckte.

Immerhin kamen deutsche Banken auch in der Finanzmarktkrise noch lange über Pfandbriefe an Geld. Von Januar bis Juli diesen Jahres begaben sie laut VDP Pfandbriefe über gut 96 Mrd. Euro und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Fokus standen dabei aber vor allem kleinere Emissionen, nicht die Jumbos, über die sich Banken auf einen Schlag mindestens eine Mrd. Euro besorgen.

"Ein Austrocknen des Pfandbriefmarktes würde die deutsche Wirtschaft hart treffen", betont VDP-Hauptgeschäftsführer Louis Hagen. So hätten die Pfandbriefbanken einen Anteil von gut der Hälfte an der gewerblichen und einem Viertel an der privaten Immobilienfinanzierung. Außerdem würden sie gut die Hälfte aller Darlehen von Gemeinden und Städten in Deckung für Pfandbriefe nehmen. "Ohne die Refinanzierung über Pfandbriefe würden alle diese Kredite entweder nicht mehr vergeben oder zumindest sehr viel teurer werden", warnt Hagen.

Rückendeckung haben die deutschen Banken, die Pfandbriefe über zusammen gut 840 Mrd. Euro ausstehen haben, vergangene Woche von der Bundesregierung bekommen. Weil Pfandbriefe auch nach Ansicht des Bundes dank besonderer gesetzlicher Regelungen sichere Wertpapiere sind, gelten die möglichen Garantien für neue Bankenanleihen nicht für Pfandbriefe.

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