Entgeltumwandlung lohnt sich weiterhin
Betriebsrenten bleiben für viele attraktiv

Steuervorteile machen eine betriebliche Altersvorsorge attraktiv – auch wenn der Arbeitgeber nichts zuschießt. „Die Entgeltumwandlung ist wegen der Steuerersparnis weitaus lukrativer als die Privatvorsorge“, sagt Ulf Kesting von der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersvorsorge. Er wundert sich daher, dass nur etwa jeder zehnte Arbeitnehmer diese Möglichkeit nutzt.

HB DÜSSELDORF. Schließlich kann mit Hilfe des Finanzamts das Bruttoeinkommen in Vorsorgebeiträge umgewandelt werden. Zum Teil geben die Arbeitgeber verdienten Mitarbeitern sogar noch etwas dazu.

Insgesamt dürfen über die auch Eichel-Förderung genannte Entgeltumwandlung bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung (2005: 62 400 Euro) angelegt werden. Mit dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) kommen ab 2005 noch einmal 1 800 Euro obendrauf. Die Maximalförderung liegt dann also bei 4 296 Euro (2 496 Euro + 1 800 Euro) jährlich bzw. 358 Euro im Monat. Auf dieser Basis bekäme ein 40-jähriger Mann ab dem 65. Lebensjahr nach den Berechnungen von Prof. Oskar Goecke, Direktor des Instituts für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln, eine Rente von rund 700 Euro im Monat. Das sei privat nicht so leicht zu erzielen.

Die Eichel-Förderung lässt sich zudem weitgehend auf andere Förderungen draufsatteln. „Den Kombinationsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt“, sagt Goecke. Zusammen etwa mit einem privaten Riester- Vertrag kann ein Arbeitnehmer ab dem kommenden Jahr sogar 6 372 Euro im Jahr steuerfrei für die Rente ansparen. Allerdings kann eine bestehende Direktversicherung (wegen der Änderung der Besteuerung) nicht auf die ab 2005 geltenden Obergrenzen aufgestockt werden. Hier bleibt es bei den maximal 1 752 Euro Jahresbeitrag. Goecke rät Arbeitnehmern ohnehin, nicht ihre gesamte Vorsorge an den Betrieb zu binden. „Grundsätzlich ist die persönliche Verfügbarkeit bei der betrieblichen Altersversorgung immer eingeschränkt.“

Im Prinzip können auch Riester-Renten über den Betrieb abgeschlossen werden. Experten geben jedoch zu bedenken: „Riester sollte nicht über den Betrieb, sondern in der privaten Sphäre gemacht werden“, sagt Goecke. Auch die Berater seien sich weitgehend einig darin, dass dies für beide, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, besser sei. Riester über den Betrieb sei kompliziert und brächte keinerlei Vorteile, sei aber weniger flexibel. Goecke: „Der Arbeitnehmer sollte aber seinen Arbeitgeber nach etwaigen Sonderkonditionen fragen, die viele große Firmen mit Versicherern für Privatverträge der Mitarbeiter ausgehandelt haben.“ Wie viel der Sparer maximal pro Jahr über einen solchen Vertrag steuerfrei anlegen kann, richtet sich nach der so genannten Riester-Treppe: 2004 und 2005 bis zu 1 050 Euro, für 2006 und 2007 sind es 1 575 Euro und ab 2008 dann 2 100 Euro. Ehepaare können in das Doppelte investieren.

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