Entlastung am Kapitalmarkt
Spanien muss weniger Zinsen für Papiere zahlen

Spanien muss bei einer Auktion für seine Geldmarktpapiere weniger Zinsen zahlen als noch bei der vergangenen - ein gutes Zeichen für die anstehende Anleihe-Auktion, so Experten. Über den Berg ist der Staat deswegen aber noch nicht.
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MadridDas klamme Spanien hat sich am Kapitalmarkt zu günstigeren Konditionen als zuletzt rund 5,5 Milliarden Euro an frischem Geld besorgt. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von zwölf Monaten musste das Land den Investoren nur noch eine Rendite von 2,54 Prozent zahlen. Im April waren noch 2,77 Prozent fällig geworden, wie das Finanzministerium in Madrid am Dienstag mitteilte. Für Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von 18 Monaten wird ein Zins von 3,09 Prozent (zuletzt: 3,36 Prozent) fällig. Bei beiden Emissionen war die Nachfrage höher als zuletzt.

„Das ist ein gutes Vorzeichen für die am Donnerstag anstehende Anleihe-Auktion“, meint Ökonomin Chiara Cremonesi von der italienischen Großbank Unicredit. Die Regierung in Madrid will bei der Ausgabe von zehn- und 30-jährigen Papieren insgesamt bis zu vier Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln.

Griechenland, das als erstes Land der Euro-Zone mit Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vor der Staatspleite bewahrt wurde, verspürt hingegen kaum Entlastung am Kapitalmarkt. Das Land musste bei der Emission von dreimonatigen Geldmarktpapieren noch immer eine Rendite von mehr als vier Prozent zahlen, auch wenn der Zins im Vergleich zur letzten Auktion einen Tick niedriger ausfiel. Für viele Experten zeigt die Entwicklung an den Kapitalmärkten, dass sich Spanien von den hilfsbedürftigen Schuldenländern weiter absetzt. „Das heißt aber noch nicht, dass Spanien schon ganz über den Berg ist“, warnt 4Cast-Ökonom Jo Tomkins.

Spanien war im Sog der Schuldenkrise in den Randstaaten der Euro-Zone Ende vorigen Jahres von den Märkten verstärkt ins Visier genommen worden. Das Land gilt wegen seines konsequent eingeleiteten Sparkurses mittlerweile jedoch nicht mehr als heißer Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm, unter den bereits Irland und der Nachbar Portugal geschlüpft sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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