Erste bundesdeutsche Anleihe
Erste deutsche Inflationsanleihe kommt gut an

Der Verkauf der ersten bundesdeutschen Anleihe, deren Verzinsung und Rückzahlungswert sich nach der Inflationsrate richtet, ist gestern gut angelaufen. Großinvestoren stufen die Rendite als attraktiv ein.

cü FRANKFURT. Die Konsortialführer der zehnjährigen, 5,5 Mrd. Euro schweren Emission öffneten gestern morgen die Bücher und erhielten nach Angaben aus Finanzkreisen bis zum Mittag Kaufaufträge über drei Mrd. Euro. Insgesamt hätten über 100 Investoren die Anleihe gezeichnet und damit deutlich mehr als bei vergleichbaren Emissionen, hieß es aus dem Kreis der Konsortialführer ABN Amro, Barclays Capital, BNP Paribas und Deutsche Bank. Viele kleinere Kaufaufträge seien aus Deutschland von Großanlegern gekommen, die bisher die so genannten Linker nicht gekauft hätten. Insgesamt schätzen Banker, dass fünf bis zehn Prozent der Emission nach Deutschland gehen werden.

Der Bond wird voraussichtlich real nur wenig mehr Rendite als die etwas kürzer laufende zehnjährige französische Inflationsanleihe bieten. Investoren bezeichneten die Emission dennoch als attraktiv. Die an den Verbraucherpreisindex im Euro-Raum gekoppelte Anleihe werde auch dadurch gestützt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche überraschend deutlich auf die Inflationsgefahren hingewiesen habe.

Aus dem Euro-Raum gibt es Linker bislang nur aus Frankreich, Italien und Griechenland. „Investoren sind froh, dass es mit Deutschland jetzt einen ebenso soliden Emittenten wie Frankreich gibt“, sagte ein Banker. Die Ratingagenturen stufen Deutschland und Frankreich mit den Höchstnoten Dreifach-A ein. In Deutschland war die Indexierung von Verträgen von 1948 bis 1998 verboten. Hintergrund waren die Erfahrungen in der Weimarer Republik mit ausufernder Inflation und der Indexierung von Löhnen. Vor zwei Jahren hatte das Bundesfinanzministerium angekündigt, die Einführung von Bundesanleihen, die an die Inflationsrate gekoppelt sind, zu prüfen. Der jetzt anstehende Bond soll in zwei bis drei Schritten auf zehn bis 15 Mrd. Euro aufgestockt werden. Danach ist alle zwei bis drei Jahre ein neuer Linker geplant. Zins- und Ausgabekurs der Anleihe werden spätestens am Mittwoch festgelegt. Etwas später ist die Einführung an der Börse geplant. Dann können auch Privatanleger die Anleihe kaufen.

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