Erstmals seit zwei Jahren: Italien kommt mit 15-jähriger Anleihe auf den Markt

Erstmals seit zwei Jahren
Italien kommt mit 15-jähriger Anleihe auf den Markt

Italien will die gesunkenen Finanzierungskosten nutzen und die Laufzeit seiner Anleihen verlängern. Demnächst soll, erstmals seit zwei Jahren, ein 15-jähriger Bond auf den Markt kommen – wenn die Konditionen stimmen.
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Italien wird erstmals seit zwei Jahren mit einer 15-jährigen Anleihe an den Kapitalmarkt kommen. Das Finanzministerium will die deutlich gesunkenen Finanzierungskosten nutzen, um die durchschnittliche Laufzeit seiner Anleihen zu verlängern.

Wie das Finanzministerium in Rom am Montag per E-Mail mitteilte, soll die neue Benchmarkanleihe „in naher Zukunft und abhängig von den Marktkonditionen“ über Banken platziert werden. Als Konsortialbanken seien Banca IMI SpA, Barclays Bank Plc, Crédit Agricole SA, Goldman Sachs Group Inc. und JPMorgan Chase & Co. mandatiert worden, hieß es weiter.

Italiens Finanzierungskosten waren seit 2011 gestiegen. Die zehnjährigen Renditen kletterten auf mehr als sieben Prozent und das veranlasste das Finanzministerium im vergangenen Jahr, die Emission von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren zurückzuschrauben.

Die im Juli von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, abgegebene Zusicherung, alles Notwendige zu unternehmen um den Euro zu verteidigen, sowie die nachfolgende Ankündigung der EZB, Anleihen von angeschlagenen Staaten anzukaufen, hatten dazu beigetragen, dass die italienischen Renditen wieder sanken, und zwar um mehr als 230 Basispunkte. Am Montag rentierten zehnjährige Italien-Bonds bei 4,16 Prozent.

Die Leiterin der italienischen Schuldenagentur, Maria Cannata, sagte in einem Interview im Oktober, das Finanzministerium sei weiter bestrebt, die durchschnittliche Laufzeit zu verlängern und werde Bonds mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren an den Markt bringen, wenn die Konditionen dies zuließen. Am 14. November hatte Italien erstmals seit Mai 2011 Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als 15 Jahren in einer Auktion am Markt untergebracht. Darüber hinaus emittierte das Land im September ein Papier im Volumen von 1,5 Mrd. Euro, das 2026 fällig wird.

Laut Daten des Finanzministeriums lag die durchschnittliche Laufzeit der italienischen Staatsschulden zum Ende des dritten Quartals bei 6,58 Jahren, im Vergleich zu 7,2 Jahren im Jahr 2010.

In einer separaten Erklärung teilte die italienische Zentralbank am Montag mit, die italienischen Staatsschulden seien im November auf die Rekordsumme von 2,021 Billionen Euro angewachsen, im Vergleich zu 2,015 Billionen Euro im Monat davor. Das entspricht fast 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ist die zweithöchste Schuldenlast in Europa hinter Griechenland.

Cannata zufolge steht Italien in diesem Jahr vor weniger Bondrückzahlungen und auch der Finanzierungsbedarf werde um 20 Mrd. Euro sinken. Aus Bloomberg-Daten geht hervor, dass 2013 italienische Anleihen und Geldmarktpapiere im Volumen von 313 Mrd. Euro fällig werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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