ESM
Euro-Rettungsschirm von Moody's herabgestuft

Die Schuldenkrise hält die Europäer weiter in Atem. Die Ratingagentur Moody's hat dem Euro-Rettungsschirm seine Spitzennote aberkannt, das Triple-A. Die EU-Verantwortlichen kritisieren den Schritt als unverständlich.
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FrankfurtNach den jüngsten Fortschritten bei der Griechenland-Hilfe muss Europa in der Schuldenkrise wieder einen Rückschlag hinnehmen: Der Euro-Rettungsschirm büßt sein Spitzenrating ein. Die Agentur Moody's senkte die Bonitätsnoten von ESM und EFSF von „Aaa“ um eine Stufe auf „Aa1“. Der Ausblick für beide Hilfsinstrumente bleibt negativ, das heißt, es drohte eine weitere Absenkung.

Die Abstufung sei eine Folge der schlechteren Bonität des Euro-Schwergewichts Frankreich, erklärte Moody's am späten Freitag in Frankfurt. Moody's hatte Frankreich vor einer guten Woche ebenfalls von „Aaa“ auf „Aa1“ abgestuft. Das hatte die Ratingagentur damit begründet, dass sich Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten eingetrübt hätten.

Frankreich ist nach Deutschland der wichtigste Garant des Euro-Rettungsschirms. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist dabei der Nachfolger des zeitlich begrenzten Rettungsschirms EFSF. Der Krisenfonds gibt im Notfall an den Finanzmärkten Anleihen heraus, für welche die Euro-Länder garantieren. Diese Gelder werden dann als Kredite an bedürftige Staaten verzinst weitergegeben.

Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von frischem Geld am Kapitalmarkt verteuern und erschweren. Zum einen ist allerdings auch eine Note von „Aa1“ immer noch sehr gut. Zum anderen ist Moody's nur eine der großen Ratingagenturen. Bei Fitch besitzt der Rettungsschirm weiterhin das begehrte Triple-A. Darauf verwies auch der ESM in einer Stellungnahme in der Nacht.

„Moody's Rating-Entscheidung ist schwer zu verstehen“, erklärte der Chef des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling. Moody's verkenne den außergewöhnlich festen institutionellen Rahmen, die politische Rückendeckung sowie die starke Kapitalstruktur. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker stellte sich stellvertretend für die 17 Euroländer hinter ESM und EFSF - „politisch und finanziell“.

Die Abstufung kommt in einer Zeit, in der Europa einen Etappenerfolg beim Kampf gegen die Schuldenkrise feiern konnte: Anfang der Woche hatten sich die internationalen Geldgeber nach wochenlangem Streit auf die Auszahlung neuer Milliardenkredite für Griechenland verständigt. Der Bundestag hatte am Freitag dem Maßnahmenbündel zugestimmt.

Moody's hatte Frankreich Anfang vergangener Woche die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit entzogen. Die Ratingagentur senkte die Note für Paris ebenso wie jetzt ESM und EFSF auf Aa1 und begründete dies unter anderem mit der mangelnden französischen Wettbewerbsfähigkeit. Es gebe ein "Risiko" für Frankreichs Wirtschaftswachstum und "zahlreiche Strukturdefizite" wie einen "rigiden Arbeitsmarkt", erklärte Moody's am 19. November. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte Frankreich bereits im Januar die Bestnote aberkannt.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist der Nachfolger des zeitlich begrenzten Rettungsschirm EFSF. Ein schlechteres Rating kann grundsätzlich die Aufnahme von frischem Geld verteuern und erschweren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " ESM: Euro-Rettungsschirm von Moody's herabgestuft"

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  • EFSF, ESM : Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

  • Nur noch eine Frage der Zeit bis die Ratingriesen auch Deutschland mit einem schlechteren Rating abstrafen. Dann wankt endlich auch der Nettozahler Nummer eins.

  • auch die Medien werden langsam kritischer.
    z.B. Frontal-21. Ab Minute 22

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1783696/Frontal21-Sendung-vom-27-November-2012

    Oder dieser Zeit-Artikel
    http://www.zeit.de/2012/49/Staatsverschuldung-Finanzkrise-Euro-Rettung

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