EU-Kandidat
Serbien bastelt an Euro-Bond

Serbiens Finanzminister Neosja Ciric ist zuversichtlich, was die wirtschaftliches Entwicklung seines Landes angeht. Er geht von Wachstum und sinkender Inflation aus. Haushaltslöcher soll ein Euro-Bond stopfen.
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BelgradSerbiens Finanzminister Nebojsa Ciric hat den ersten Euro-Bond seines Landes für die zweite Jahreshälfte angekündigt. Die Anleihe werde im September oder Oktober mit einem Volumen von 300 Millionen bis 400 Million Euro begeben, sagte er am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Wir sind dabei, die Konsortialführer (und) Berater auszusuchen“, erklärte er. „Natürlich hängt es von den Marktbedingungen zu diesem Zeitpunkt ab.“

Serbien benötigt zusätzliches Geld, nachdem Telekom Austria es ablehnte, den geforderten Mindestpreis von 1,4 Milliarden Euro für Telekom Srbija zu zahlen. Die Regierung in Belgrad hatte mit dem Betrag Haushaltslücken schließen, Schulden abbezahlen und Investitionen in die Infrastruktur tätigen wollen.

Ciric geht weiter davon aus, dass das Wachstum in Serbien in diesem Jahr etwas über der Marke von drei Prozent liegen wird, wie es der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet. „Allerdings würde es mich überraschen, wenn es höher als 3,1 oder 3,2 Prozent schießen würde“, sagte er.

Ab Mai rechnet er mit einer deutlich niedrigeren jährlichen Inflationsrate als die 14,7 Prozent im April. „Ich gehe davon aus, dass die nächsten Angaben der offiziellen Statistik beweisen werden, dass wir besser dastehen als erwartet.“ Im Mai sei die Inflationsrate im prozentual einstelligen Bereich, sagte der 37-Jährige.

Ciric geht davon aus, dass auch die Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic sich indirekt positiv auf die serbische Wirtschaft auswirken wird. „Dieses Schwert hing lange Zeit über unseren Köpfen“, sagte er. Nun würden sich die Türen zu dem Status als EU-Beitrittskandidat öffnen.

Dieses wiederum werde beweisen, dass „Serbien in wirtschaftlichen wie in politischen Fragen stabil ist“, erklärte er. Auch werde dies zeigen, dass sein Land „langsam aber sicher ein Mitglied der europäischen Staaten wird“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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