Euro-Krise
Anleger kalkulieren mit Rückkehr der D-Mark

Null-Zinsen und trotzdem ein gefragtes Finanzprodukt - das schafft der Bund mit seiner Anleihe. Doch hinter dem Wunder verbirgt sich ein Drama: Investoren suchen Sicherheit. Manche glauben, dass die D-Mark zurückkehrt.
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FrankfurtWo ist der Zins geblieben, fragen sich derzeit viele Anleger. Deutschland hat erstmals eine Anleihe mit offiziellem "0"-Zins begeben. Der Bund bekommt also Geld von den Investoren, ohne dafür zahlen zu müssen. Und viele geben ihre Euro dennoch her. Was früher als undenkbar galt, ist heute Realität. Aber warum ist das so, warum verschenken Investoren ihr Geld?

Die Ursachen liegen in der Finanz- und Schuldenkrise, also tief. Deutschland gilt für viele Investoren als die sicherste Anlage, in denen man seine Euro parken kann. Die Folge: Anleger leihen Deutschland für immer weniger Zinsen Geld - der Bund genießt einen "Free Lunch" an den Märkten.

Doch ein Grund zum Jubeln ist das nicht: Die Attraktivität der Bundesanleihen ohne Zins zeigt nämlich auch, wie sehr die Spekulationen gegen den Euro zunehmen. Die Spekulation auf ein Auseinanderbrechen des Euro-Raums könnte ein Motiv sein, Bundesanleihen zu kaufen, meint Oliver Eichmann, Fondsmanager bei der DWS. Auch Peter Merl, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg vermutet, dass hinter dem neuen Run auf Bundesanleihen auch Wetten auf die Aufwertung einer wie auch immer gearteten neuen deutschen Währung stecken.

Zumindest einige Investoren dürften die Bundespapiere kaufen, um Anlagen in einer Währung zu halten, die bei einem Ende des Euros steigen dürfte; gewissermaßen als Wette auf einer Rückkehr der D-Mark.

Fest steht, dass sich die Flucht in die Bundespapiere nochmals verstärkt hat, seit die Diskussionen um ein mögliches Austreten Griechenlands aus dem Euro-Raum zunehmen. In der vergangenen Woche erreichte deshalb die Rendite der zweijährigen Bundesanleihe im Handel ein Allzeittief von 0,02 Prozent, die der zehnjährigen Bundesanleihe war gestern auf 1,37 Prozent gefallen.

Nur wer sind die Investoren, die Anleihen kaufen, für die es keine Zinsen gibt? Wer genau dahintersteckt, wird bei den Versteigerungen von Bundesanleihen immer erst mit Zeitverzögerung klar. "Allgemein lässt sich aber sagen, dass Geschäftsbanken und Zentralbanken zum Beispiel in Japan oder China zu den Käufern von Bundesanleihen gehören", sagt Eichmann bei der DWS. Die Banken brauchen Bundesanleihen vor allem zur Sicherstellung der Liquidität. Die Zentralbanken speziell in Asien nutzen Bundesanleihen unter anderem, um ihre Euro-Währungsreserven zu steuern.

Für institutionelle Investoren gibt es kaum eine Alternative zu Bundesanleihen. Das Volumen, das diese Investoren anlegen, lässt sich nicht einfach auf ein Tages- oder Festgeldkonto packen. Zumal die Zinsen für Großanleger auch dort äußerst mager ausfallen. "Die Konditionen guter Adressen liegen bei 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten und sind nicht vergleichbar mit den Lockangeboten für private Anleger", sagt Eichmann von der DWS.

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  • Sie waren schon zuvor verstört. Das wusste ich aus meiner interdisziplinären Hirnforschung. Sie haben auch nicht gemerkt dass ich unter den Ökonomen eine Ausnahmeerscheinung bin und durch meine interdisziplinäre Ansätze (Verhaltens- und Spieltheorie, Politische Okonomie) auffallen müsste. Dass im Forum überhaupt jemand eines meiner Werke kennt, hat mich überrascht. Sie können auch N.L. in Norbert Walter, Hrsg., Mehr Markt weniger Staat lesen (bildet). Walter war Präsident des Institut für Weltwirtschaft, Kiel. Sehen Sie das vor dem Hintergrund, dass ich als Lateiner und Altgrieche mit ihnen im Abitur noch gleichauf lag. Ansonsten gilt der Spruch: Schuster bleib` bei deinem Leisten, sonst wird man nämlich (beleinewebert und) verstört!

  • Werter Herr Leineweber,

    Mein erstes Posting in einem Forum bei Compuserve datiert auf den 1.7.1994. Sie sind der erste in diesen 18 Jahren, der seinen Dr. vor sich her trägt ...

    Mein mir anvertrautes Weib hat mich nach dem lauten Verlesen Ihrer Post fassungslos angestarrt und dann - immer noch in Schockstarre - gefragt: "Der macht Scherze, oder? Das ist Ironie, Hardy, der nimmt Dich auf den Arm".

    Und seitdem bin ich ratlos, ob ich wirklich der einzige Dämel hier bin, der einen offensichtlichen Witz nicht verstanden hat.

    Ich habe in diesen 18 Jahren gelernt, nicht nur den Text sondern auch den Subtext zu lesen, wir bilden uns sogar ein, am Sprachfluss eine Frau von einem Mann unterscheiden zu können ... wobei mich Margrit ja da eines "besseren" belehrt hat, geschenkt ... aber ich werde aus Ihrer Antwort nicht klug.

    Sehen Sie, es gibt verschiedene Arten mit Posts umzugehen. Die Unerfahrenen regen sich auf wie das HB Männchen. Die Erfahreneren versuchen ihren Ärger zu verbergen, aber die richtig Erfahrenen (zu denen ich mich zb. - eingebildet wie ich nun mal bin - zähle) lesen trotzdem jedes weggelassene Wort und saugen gerade daraus den Honig.

    Die ganz Raffinierten, die die Regeln des Spiels kennen, die antworten einfach gar nicht, weil das dann den, der gepostet hat, im optimalen Fall selbst auf die Palme treibt.

    Ihre Antwort hat uns verblüfft, soviel steht mal fest, was Sie gerne als kleinen "Punktgewinn" verbuchen können.

    Ich werde also noch mal drüber schlafen.

  • Werter Oeconomicus,

    auch wenn Herr Leineweber es mit übel nimmt, daß ich ständig Sie adressiere und nicht ihn - ich werde gleich erklären, warum - ich bin erfreut, daß Sie meinen Einwand in Sachen VWL ohne Reflex akzeptieren.

    Ich war als Schüler einer humanistischen Klosterschule denkbar ungeeignet für die Kutte, weil meine Interessen eher der Rockmusik und italienischen Sex-Comics galten (ich lache heute noch Tränen über den Brief, mit dem die Patres meine Eignung anzweifelten), bin so zur Betriebs- und Volkswirtschaft gekommen und konnte so endlich Einser statt Fünfen in Griechisch und Latein nach Hause bringen.

    Diese Fächer hatten so etwas praktisches, anwendbares, es ging nicht um die Vergangenheit sondern um die Gegenwart und vor allem die Zukunft - Der Club Of Rome wurde damals gelesen und hat mir jedenfalls mehr zugesagt als Tacitus.

    Womit ich meine "Grundmelodie" angestimmt habe: Was nutzt es mir, ständig die Fehler der Vergangenheit durchzudeklinieren ("Da hätten wir mal besser ..."). Ich möchte lesen "Wie können wir in der Gegenwart und der Zukunft mit dem was ist zurechtkommen und gemachte Fehler beim nächsten Mal vermeiden".

    Wenn ich also läse, daß von welcher Seite auch immer so ein konstruktiver Vorschlag, ein nicht destruktiver Weg aufgezeigt würde, würde ich nur zu gerne Mäuschen spielen, die Klappe halten und _zuhören_.

    Nur - leider kann ich das bei fast niemandem hier erkennen.

    Die kleine Apologie zugunsten Dr. Leinewebers in allen Ehren, aber als ich gerade meinem mir anvertrauten Weib dessen Antwort laut vorlas, haben wir uns angeguckt und verstört gefragt - ich hoffe ich verrate hier keine wie auch immer geartete Pointe und vermassele so den Witz, den ich dann als letzter verstanden hätte: "Das war doch gerade so selbstironisch, das meint der nicht ernst, der macht sich über mich lustig, oder?"

    Darüber werde ich jetzt zuerst einmal schlafen.

    Ihnen auch ein schönes Wochenende.

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