Euro-Krise
Die Warnung des Warren Buffett

Ein Investmentprofi aus dem Hause Buffett warnt vor Frankreich-Anleihen. Nicht besser als die italienischen Bonds seien die, sagt er. Viele Anleger zahlten einen hohen Preis dafür. Buffett hat die Bonds längst verkauft.
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LondonJohn Gilberts Worte sind nicht weniger als eine Warnung. Investoren, die statt spanischer oder italienischer Staatsanleihen auf Bonds aus Frankreich setzten, würden dafür einen einen hohen Preis zahlen, sagt der Chefanlage-Stratege von General Re-New England Asset Management, einem der Rückversicherer, der zum Firmen-Imperium des weltbekannten Investors Warren Buffett gehört.
"Frankreich ist deutlich überbewertet", schrieb er in einem Newsletter an seine Kunden Gemessen an den Risiken, die die Bonds darstellten, sollte sich Frankreich eher an den für italienische oder spanische Papiere fälligen Renditen orientieren, als an den deutschen. Ein Satz von 4,5 Prozent bis 5,0 Prozent sei eher angemessen.

Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen ist mittlerweile auf etwa 2,1 Prozent abgesackt, verglichen mit mehr als drei Prozent am Ende des vergangenen Jahres. Die Rendite deutscher Bonds mit vergleichbarer Laufzeit fiel am Dienstag auf 1,34 Prozent, während spanische Papiere mit 6,47 Prozent und italienische mit 5,82 Prozent rentierten.
Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, hat davon profitiert, dass Investoren Mittel auf Nachbarländern wie Spanien und Italien abgezogen haben. Gilbert rät bei Frankreich jedoch zu Vorsicht, da die Unternehmen des Landes im vergangenen Jahrzehnt an Konkurrenzfähigkeit verloren hätten. Zudem seien die Personalkosten in Frankreich höher als in Deutschland.

Buffett, der 81-jährige Chef von Mutter-Konzern Berkshire, hat sein Engagement in spanischen, italienischen und französischen Staatsanleihen bereits vor zwei Jahren reduziert, wie er im vergangenen Monat gegenüber CNBC erklärte. Stattdessen konzentrieren sich etwa 80 Prozent der Staatspapiere von Berkshire außerhalb der USA auf Deutschland, Großbritannien, Kanada, Australien und die Niederlande, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht.

Kommentare zu " Euro-Krise: Die Warnung des Warren Buffett"

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  • “Das Problem ist, das er (Holland) sich selbst politisch in eine Sackgasse manövriert hat. "
    Wir sollten uns gut anschauen, wie es in F weitergeht, denn wenn in 2013 der Regierungswechsel bevor steht, dann werden unsere Helden vor dem gleichen Dilemma stehen! Steuererhöhungen und weitere Belastungen bei sich weiter verschlechternder Konjunkturlage.

  • brauchen wir doch nicht mehr schreiben , wenn wir schon mitten drin sind ;-)

    http://www.finanzkrise-politik.de/federal_reserve_system_die_fed.html
    http://www.verschwoerung-von-illuminaten-bis-wtc.de/illuminaten-heute

  • Frankreich gehört zum "Süd-EURO", dass ist doch schon längst klar! Daher ist die Meinung von W. Buffet auch kein Geheimnis.

    Tatsächlich, so hörte ich, ist Frankreich der einzige Staat, in dem es seit längerem keine Arbeitsmarkt oder Rentenreformen etc. gegeben hat, also die Wettbewerbsfähigkeit weiter abnehmen wird. Spanien, Italien, Portugal, selbst Griechenland ziehen jetzt mit harten Bandagen das durch, was Deutschland mit Hartz IV und Co. vor 10 Jahren gemacht hat. Aber in Frankreich... lebt man wie "Gott in Frankreich". Das kann ja nicht gut ausgehen. Aber... Leute, tröstet euch. Die IWF-Chefin ist Französin, der EZB-Chef ist Italiener... das wird schon!

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