Euro-Krisenländer leiden
Deutsche und US-Staatsanleihen im Renditen-Keller

Erstmals fiel die Rendite für zweijährige Bundesschatzanweisungen auf einen Negativwert und auch US-Treasuries werfen immer weniger ab. Experten sagen, dass sich das kaum ändern wird - zum Leidwesen der Krisenländer.
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FrankfurtDie Renditen von deutschen, US- amerikanischen und britischen Anleihen sind am Freitag auf Rekordtiefstände gesunken. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte gesagt, dass die Zukunft des Euro in Italien und Spanien auf dem Spiel stehe, nachdem das Land im März Netto-Kapitalabflüsse von 66 Mrd. Euro verzeichnete.

Die Rendite der zweijährigen Bundesschatzanweisungen fiel bis auf minus 0,002 Prozent und war damit erstmals negativ. Überdies sackten die Renditen von fünf- und von 30-jährigen Bundesanleihen auf ein Rekordtief ab, ebenso die Renditen von zehnjährigen Bonds aus Österreich, den Niederlanden, Finnland und Frankreich.

Spanische Papiere mit zehn Jahren Laufzeit rentierten den dritten Tag bei mehr als 6,5 Prozent, und der Spread gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen erreichte ein Rekordhoch. De Guindos hatte am Donnerstag auf einer Konferenz im spanischen Sitges erklärt, das Land „befindet sich in einer sehr schwierigen Lage”.

„Ein Gefühl der Panik breitet sich aus und das verstärkt all diese Bewegungen”, erläuterte John Wraith, Stratege für Festverzinsliche bei Bank of America Merrill Lynch in London.

Strategen der BNP Paribas sehen die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen auf ein Prozent sinken. Zuletzt rentierten die Papiere bei 1,16 Prozent vier Basispunkte niedriger. „Die Bund-Rally zeigt keine Ermüdungserscheinungen”, schrieben die Strategen um Matteo Regesta und Bulent Baygun in einer Studie. Am Terminmarkt kletterte der Bund-Future um 39 Basispunkte auf 146,42 Prozent.

Die Rendite der US-Treasuries fiel bis auf 1,5223 Prozent. Für Bewegung könnten am Nachmittag neue Arbeitsmarktdaten aus den USA sorgen. Ökonomen gehen einer Bloomberg-Umfrage zufolge davon aus, dass die Neueinstellungen im Mai weiter gestiegen sind. Die Daten werden um 14.30 Uhr (MESZ) veröffentlicht.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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