Euro-Krisenland
S&P hebt Griechenlands Rating kräftig an

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsbewertung für Griechenland um sechs Stufen auf „B-“ erhöht. Dies entspricht einer spekulativen Anlage. Der Ausblick für das neue Rating sei stabil.
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Athen/Washington/London/New YorkDie US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Griechenlands Kreditwürdigkeit nach dem erfolgreichen Anleihenrückkauf um sechs Stufen vom "teilweisen Kreditausfall" (selective default, SD) auf die Wertung B-/B angehoben. Die Agentur sprach am Dienstag zugleich von einem stabilen Ausblick für das neue Rating. Zur Begründung erklärte S & P, ihrer Meinung nach sei die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion fest entschlossen, Griechenland in der Eurozone zu behalten.

Mit dem Rückkauf von Anleihen zu einem kräftigen Abschlag konnte Griechenland seine Schulden um rund 20 Milliarden Euro senken. Dies war Voraussetzung dafür, dass seine Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds jüngst grünes Licht gaben für die Auszahlung von Hilfen über 49,1 Milliarden Euro bis Ende März.

Kurz vor der Ratinganpassung am Dienstag nahm Griechenland außerdem bei einer Auktion kurzfristiger Anleihen frisches Geld zu niedrigeren Zinsen auf. Das schuldengeplagte Land erlöste bei der Versteigerung von Papieren mit einer Laufzeit von 13 Wochen insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Der Zinssatz lag nach Angaben der griechischen Schuldenbehörde bei 4,11 Prozent. Bei einer ähnlichen Anleihenauktion am 13. November lag die Rendite noch bei 4,2 Prozent.

Der Internationale Bankenverband IIF erklärte unterdessen, trotz der teilweise an Griechenland ausgezahlten Kredite der internationalen Gläubiger gebe es nach wie vor beträchtliche Risiken. Das griechische Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich um vier bis fünf Prozent zurückgehen, außerdem würden neue Sparmaßnahmen den sozialen Zusammenhalt in Frage stellen.

Die neuen Kredite für Griechenland im Umfang von 34,3 Milliarden Euro sollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Athen bis Mittwoch ausgezahlt sein. Nach einer am Montag überwiesenen ersten Tranche von sieben Milliarden Euro sollen 11,3 Milliarden Euro für den Rückkauf von Staatsschulden überwiesen werden, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. Weitere 16 Milliarden Euro würden für die Rekapitalisierung von Banken des hoch verschuldeten Landes erwartet.

 
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  • -- WICHTIG --

    Ich lese soeben (www.newsit.gr), dass die Deutsche Bank offenbar ins griechische Ölgeschäft eingestiegen ist. Es geht offenbar um eines der Felder südlich von Kreta. Der Wert des Feldes soll um die 600 Milliarden Dollar betragen.

    Aber nicht dass Ihr jetzt womöglich aufhört, Eure Gelder nach GR zu schicken...;) GR braucht Euch, Eure schier unendliche Solidarität...;) Eure unfassbare Opferbereitschaft...;), Eure selbstlose Aufopferung für eine große, bankenrettende, europäische und diktatorische Idee;)

    WAS muss eigentlich noch passieren, bis sich deutsche Bürger mal wehren????

  • Es kann unmöglich an den EU-Hilfen liegen. Schließlich ist es ja nicht die erste Hilfe gewesen – und? Gab es deswegen vorher schon mal ein um 6 Stufen besseres Rating?? Noch dazu hat sich NICHTS in GR verbessert, ganz im Gegenteil. Es stehen Chaos und womöglich ein Bürgerkrieg bevor.

    Nein, es muss am Erdöl liegen. Hinter dem besseren Rating und vor allem hinter dem stabilen Ausblick (!!) stecken die Gewinnerwartungen aus dem Erdöl.
    Es wurde inzwischen bekannt, dass es in der südlichen Ägäis bis hin zum Ionischen Meer ein Mammut-Erdöl- und Gasvorkommen gibt. Das Vorkommen soll relativ einfach zu erschließen sein und etwa 1,2 BILLIONEN Euro wert sein. Schon Schätzungen aus 1986 ergaben einen Wert von etwa 600 Milliarden Euro, damals sollte alles geheim gehalten werden.
    Heute jedoch sind die Messmethoden genauer, deshalb der höhere Wert.
    Bis Januar 2013 laufen noch die seismologischen Untersuchungen, ab 2014 soll gebohrt werden.

    Bloß sollen wir deutsche Steuerzahler das mit dem Erdöl offenbar nicht wissen, damit unsere „Hilfsbereitschaft“ nicht erlahmt, damit weiter mit unserem Geld und im Namen der Griechen weiter deren Schulden bei hauptsächlich französischen Banken abbezahlt werden. Das scheinen CDU, CSU, FDP, SPD, Grüne verabredet zu haben.
    Denn nach wie vor hört man praktisch NICHTS vom Erdöl – dabei spricht man hier in GR jeden Tag davon!
    Solche Politiker dürfen wir nicht wieder wählen! Lasst uns besser solche wählen, die der Rettungspolitik ein Ende setzen!
    Wählen Sie – auch schon jetzt in Niedersachsen – die freien Wähler. Hinter denen steht die Wahlalternative 2013 mit guten Fachleuten! www.wahlalternative2013.de

  • @ProKapitalismus
    Das bessere Rating kommt vom Erdöl, nicht von Ihrer fleissigen Hilfe und aufoperungsvollen Solidarität!
    Damit Sie aber weiter schön glauben, es läge an IHNEN und damit Sie also bei der Stange bleiben, deshalb werden Sie weiter gelobt. Von unserer Regierung („...sind auf einem guten Weg…“ etc.) und von den Ratingagenturen („EU hat klargemacht, dass GR nicht fallengelassen wird“ etc.).
    Und wie man sieht, gibt es ja auch immer noch welche, die darauf hereinfallen und weiter gern ihr Portemonnaie zücken, um den Gläubigern GR’s zu helfen, ihr normalerweise bös verspekuliertes Geld vom deutschen Steuerzahler zu bekommen.
    Tja, lieber Prokapitalismus, wenn Sie wirklich für den Kapitalismus wären, dann müssten Sie eigentlich dazu beitragen, dass er auch erhalten bleibt – dazu aber gehört zwingend, dass Risiko und Haftung nicht getrennt werden.
    GR müsste dann Insolvenz anmelden und SIE dürften keine Hilfe bei der Insolvenzverschleppung leisten.

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