Euro-Retter
Warum sich China in Europa einkauft

Europa steckt tief in der Schuldenkrise. Unterstützung könnte nun aus China kommen. Das Land investiert gezielt in Anleihen europäischer Schuldenstaaten. Doch die Hilfe ist nicht selbstlos.
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DüsseldorfChinesen kaufen unsere Autos, sie kaufen unsere Maschinen. Jetzt sollen sie Europas Schulden aufkaufen. Nach einem Bericht der „Financial Times“ hat der Finanzminister Italiens, Giulio Tremonti, China in der Schuldenkrise um Hilfe gebeten. Tremonti soll sich in Rom mit hochrangigen Vertretern der China Investment Corporation (CIC) getroffen haben. Gesprächsthema: der Ankauf von italienischen Staatsanleihen „in großem Stil“.

Italien braucht dringend Geld. Am 15. September muss das Land Anleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Bereits heute stand die Auktion fünfjähriger italienischer Anleihen an. Dabei musste der Schuldenstaat deutlich höhere Zinsen zahlen; die Rendite stieg im Vergleich zur vorherigen Auktion im Juli von 4,93 Prozent auf 5,6 Prozent. Immerhin lag der Erlös bei 3,9 Milliarden Euro und damit am oberen Ende der angepeilten Spanne von drei bis vier Milliarden Euro.

Chinesische Politiker haben in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass sie Europa unterstützen werden. In Spanien, Portugal und Griechenland hat die Volksrepublik bereits investiert. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Nach Schätzungen soll ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sein.

Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte ist kaum zu überschätzen. Während das Wachstum im Westen schwächelt, beeindruckt China mit starken Wirtschaftsdaten. China trägt mehr als ein Viertel zum globalen Wachstum bei. Durch seine enormen Handelsüberschüsse hat das Land Reserven in Höhe von 3,2 Billionen Dollar angehäuft, einen Teil davon verwaltet der Staatsfonds CIC. Das Geld will angelegt werden - es fließt nach Afrika in Agrarland, in Bodenschätze der arabischen Länder oder eben in Schulden der Industriestaaten.

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China hofft auf Entgegenkommen

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  • es zeigt nur, unter welchem Druck Berlusconi zu stehen scheint: Europa sollte vorsichtig sein mit dem "Gesichtsverlust".
    Berlsuconi hat ja, verglichen mit seinem Land, eher weniger zu verlieren als lediglich das....

  • Die Meldung über Anleihe-Käufe wurde vorhin DEMENTIERT -sollte wohl nur per Gerüchte den Markt stabilisieren.

    Die italienische Regierung hat China nach Angaben von Wirtschaftsminister Antonio Gentile nicht um konkrete Hilfegebeten. Die Regierung hat nur über direkte Investitionen in der Industrie gesprochen, aber nicht über Anleihenkäufe
    (man hatte sich doch schon so gefreut, daß die EZB entlastet würde)

    Neues aus USA:
    Morgan Stanley passt das EUR/USD-Kursziel für 2011 auf 1,30 an.

  • Guten Tag,.... Es ist eine Schande,..... wir werden von Vollidioten und Dummschwaetzern regiert;.... und die Schlitzaugen ( die uns in Wahrheit Abgrundtief verachten ) kaufen uns auf dem Flohmarkt auf. Gute Nacht

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