Euro-Staatsanleihen geben Gewinne ab
Anleihehandel läuft "als wäre nichts gewesen“

Einen Tag nach den Anschlägen von London haben die europäischen Staatsanleihen am Freitag einen Teil der Gewinne vom Vortag wieder abgegeben.

HB FRANKFURT. „Der Markt hat sich deutlich beruhigt“, sagte ein Händler. „Ganz so, als wäre gestern nichts gewesen.“ So schrecklich das sei, seien die Finanzmärkte nicht erschüttert worden, und so kehre man am Freitag zur Tagesordnung zurück und warte auf die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future fiel in der Spitze um 24 Ticks auf 122,84 Punkte.

Am Vortag hatte die Flucht der Anleger in die vermeintlich sicheren festverzinslichen Staatspapiere den Bund-Future um 140 Ticks auf ein Allzeithoch von 124,06 Punkte getrieben. Auch an den US-Kreditmärkten hatten die Anleihen am Donnerstag ihre Gewinne im Tagesverlauf zum Teil abgegeben, während an der Wall Street die Aktienkurse ins Plus drehten. Am Freitag zogen zur Eröffnung auch die europäischen Aktienkurse spürbar an.

„Der Fokus ist jetzt wieder auf den US-Daten“, sagte ein Händler. Von Reuters befragte Analysten erwarten für Juni im Schnitt einen Stellenzuwachs um 188.500 nach 78.000 im Vormonat. Bei Händlern werden aber auch höhere Schätzungen herumgereicht.

„Da die Erwartungen mit einem Stellenzuwachs von knapp 200.000 bereits sehr optimistisch sind, könnte angesichts der hohen Zahl von Entlassungsankündigungen eher Enttäuschungspotenzial bestehen“, stellen die Analysten der HelabaTrust fest.

Händler erwarten, dass neben den Arbeitsmarktdaten auch die stündlichen Wochenlöhne in den USA im Blickpunkt stehen werden. Die Analysten rechnen mit einem gegenüber dem Mai unveränderten Plus von 0,2 Prozent.

Der Bobl-Future verlor 15 Ticks, der Schatz-Future sechs Ticks.

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