Euro stabil
Chinesen stützen Europas Rentenmarkt

Der europäische Rentenmarkt hat am Mittwoch überraschend Unterstützung aus China bekommen.

HB FRANKFURT. Nachdem die Regierung dort bestimmte Steuern auf Aktiengeschäfte kurzfristig verdreifacht hatte, um Spekulationen einzudämmen und den boomenden Markt abzukühlen, fielen in Asien und Europa die Notierungen an den Aktienmärkten. Umgekehrt ging es für die zuletzt arg gebeutelten Staatsanleihen in Europa bergauf.

Der richtungweisende Bund-Future legte bis zum späten Vormittag zwanzig Ticks auf 112,36 Punkte zu. Die Rendite der dem Bund-Future zugrunde liegenden Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit fiel auf 4,379 Prozent. Eine Rendite von knapp 4,4 Prozent hatte es für die zehnjährige Bundesanleihe zuletzt Mitte 2004 gegeben. Seitdem geht es für die Kurse der Rentenfutures bergab, parallel zum Zinsniveau in der Eurozone zogen die Renditen der Staatsanleihen an.

Analysten rechnen ungeachtet der von den Aktienmärkten ausgehenden kleinen Korrektur mittelfristig mit weiterem Druck auf die Renten. „So lange es an den Aktienmärkten weiter nach oben geht - und davon ist ungeachtet der aktuellen Verwerfung in China auszugehen - haben die Renten wohl nicht den Hauch einer Chance“, sagte ein Händler in Frankfurt. Der Dax hat seit Jahresbeginn rund 18 Prozent zugelegt, der Rentenindex Rex, der den Anleihenmarkt abbildet, ist im selben Zeitraum um rund drei Prozent gesunken.

Der Euro pendelte am Vormittag um die Marke von 1,3440 Dollar. Am Montag hatten Äußerungen von Bundesbankchef Axel Weber die Gemeinschaftswährung kurzzeitig über die Marke von 1,35 Dollar katapultiert. Weber hatte gesagt, dass weitere Zinserhöhungen in der Euro-Zone aus seiner Sicht nötig sind.

Der Yen legte zu Dollar und Euro am Mittwoch etwas zu. Händler in Tokio machten dafür die Auflösung einiger so genannter Carry Trades verantwortlich, da der Kursrutsch in Asien den Investoren ihren Risikomut zunächst genommen habe. Bei Carry Trades leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie beispielsweise dem Yen und legen sie in höher verzinsten Währungen wie dem Euro an. Voraussetzung für solche Spekulationsgeschäfte sind Märkte in ruhigem Fahrwasser, weil die Risiken für die Anleger dann überschaubar sind. Ein Dollar kostete am Mittwochvormittag 121,70 Yen, für einen Euro zahlten Devisenhändler 163,55 Yen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%