Euro-Zone

Wetten, dass Griechenland aussteigt?

Würde Thomas Gottschalk "Wetten, dass..?" noch moderieren, wäre diese Wette ein heißer Tipp. Trotz Schuldenschnitt geht Athen nämlich das Geld aus. Banker zählen bereits die Tage, bis die Griechen den Euro verlassen.
48 Kommentare
Griechische Euromünzen. Quelle: dpa

Griechische Euromünzen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs ist ein Zahlen-Spiel. Ein makabres, zugegeben. Wie lange wird es die Euro-Zone in der bestehenden Form noch geben? Oder anders ausgedrückt: Wann wird der wirtschaftliche und politische Druck auf Griechenland so groß, dass die Südeuropäer aus dem exklusiven Währungsclub austreten?

Einige Banken geben in schöner Regelmäßigkeit Zahlen zu Griechenland nach draußen. Genauer gesagt Wahrscheinlichkeiten zum Verbleib der Hellenen im Euro-Verbund.  So wie die Credit Suisse. Helen Haworth und Panos Giannopoulos, Strategen bei der Schweizer Großbank, verschicken regelmäßig kurze Notizen an ihre vermögenden Kunden. Mittlerweile schreiben die beiden, dass die Wahrscheinlichkeit, dass in Griechenland demnächst wieder mit Drachme bezahlt wird, bei mehr als 50 Prozent läge. Und das schon innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Es fehle noch immer an Kapital, meinen Haworth und Giannopoulos. Zudem kämen die Strukturreformen nicht voran. Dass ein möglicher Austritt der Griechen aus der Euro-Zone die Krise des alten Kontinents lindere, glauben die Experten allerdings nicht. Die Wiedereinführung einer lokalen griechischen Währung würde „starke negative Folgen für die Stimmung“ haben, heißt es in der Notiz an die Kunden. Letztlich werde damit das Bestehen der gesamten Euro-Zone aufs Spiel gesetzt.

Auch die Ratingagenturen sind beim Spiel der Wahrscheinlichkeiten dabei, bei der großen Wette zur Zukunft Athens. Die Möglichkeit, dass Griechenland aus dem Euro-Verbund austrete, sei seit Jahresbeginn  gestiegen, sagt Sarah Carlson, Analystin bei Moody’s. „Das Risiko ist sogar deutlich höher.“ Eine konkrete Zahl nennt sie allerdings nicht.

Ein Frankfurter Banker ist da sehr viel forscher, auch wenn er seinen Namen besser nicht im Internet lesen mag. „80 Prozent“, sagt er. Zeitraum: acht bis zwölf Monate“. Wer bietet mehr?

So pleite, wie man nur pleite sein kann
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48 Kommentare zu "Euro-Zone: Wetten, dass Griechenland aussteigt?"

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  • . . . schlaf, Kindlein, schlaf . . . und Kris-chenland ist abgebrannt . . . schlaf, Kindlein, schalf!

  • Ich wette nicht an das elend Europas.Erst die Politik und dann die Medien machen die Situation noch schwerer.Vieles davon was ihr schreibt ist nicht war.Und ihr zieht Griechenland in dreck weil ihr jeder von seine Seite eigener Interessen hat.In Griechenland sind auch viele Europäer die werte Kaufen,ob die Woll alle versteuerte Gelder sind? Ich Hoffe das es bald eine Ende gibt und das Europa den weg nimmt den Sie Wert ist.

  • Ich habe mich schon darauf gefreut, hier einige gute Meinungen zu lesen, aber was ich hier vorfinde ist gruselig, traurig, borniert, aberwitzig und frivol. Wenn ihr alle der Querschnitt des Handelsblatt Lesers - und damit ein in Deutschland aktiv am Wirtschaftsleben teilhabender repräsentativer Personenkreis sein sollt - dann muss ich als deutscher Staatsbürger, deutscher Steuerzahler und jemand, der noch an die Europäische Idee glaubt (und das meine ich nicht ideologisch, sondern wirklich rein materiell), alsbald das Weite suchen.

    Deutschland, lerne Dich nicht (schon wieder) zu isolieren.

  • Zur Zeit spielt man auf Zeit,da der ESM noch nicht einsatzbereit ist.Spätestens wenn dieser steht, ist Spanien von den Kapitalmärkten "sturmreif" geschossen" und muss unter´s Schirmchen flüchten.Griechenland wird dann schon nicht mehr unter uns sein..euromäßig versteht sich...

  • Europa wird z. Zt. von einer skrupellosen Politikergilde regiert, unter anderen Draghi, Barroso, Juncker, Van Rompur, ….Schäuble, Merkel, Trittin, Gabriel....der vollfette Venizelos, Samaras u. s. w.
    Dieser Dame und den Herren würde ich niemals den Rücken zuwenden. Die gehen für die Finanzwelt von Goldman Sachs über "Leichen".
    (Solange Griechenland nicht gewillt ist die außenstehenden Steuern einzutreiben und die griechische "Elite" zur Kasse zu bitten – nach den Arabern kaufen sie die Londoner Innenstadt auf - , besteht keine Berechtigung Hilfsgelder in diesen Staat zu vergeben.)
    Ich würde nicht wetten!

  • Wetten dass...
    die Euro-Ideologen immer wieder neue Tricks, Gründe, Beschwichtigungen und "Fortschritte" ersinnen, um den erkennbar reformunwilligen Griechen doch noch Geld zu überweisen?

  • @wutbayer
    Gier frist Hirn - Wut aber auch!

  • 'PikAs' sagt
    ---------------------
    Man kann Gr nicht aus dem Euro zwingen.
    ---------------------

    Stimmt.

    Was man aber kann, ist die Zahlungen an Griechenland einzustellen.

    Und die EZB kann der griechischen Notenbank verbieten, den griechischen Pleitebanken weiter Liquiditätsnothilfe zu gewähren.

    Ob die Griechen dann eine eigene Währung einführen oder weiter den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel verwenden kann uns vollkommen gleichgültig sein.

    'PikAs' sagt
    ---------------------
    Aber jedem Land, auch Deutschland, steht es frei, jederzeit auszusteigen.
    ---------------------

    Echt?

    Woraus schließen Sie das?

  • O-Ton 'Gehtsnoch'
    [...]
    Was würde wohl ein Grieche denken, der nach Kürzungen im Renten-, Sozial- und Gesundheitsbereich kaum mehr Geld zum Überleben hat und nun lesen muss, dass das Schicksal seines Landes mit einer Spielshow verglichen wird?
    [...]

    Mir kommen die Tränen!

    Pro Person standen den Griechen im Jahr 2011 11.181 Euro pro Jahr aus Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen zu Verfügung. Einkünfte aus Mieten, Dividenden, Zinsen und beitragsfinanzierten Renten nicht mitgerechnet, und ohne die üppige Schattenwirtschaft.

    Das ist 68,8% mehr als 2001.

    "kaum mehr Geld zum Überleben"?

    Daß ich nicht lache.

    [...]

    O-Ton 'Gehtsnoch'
    [...]
    Aber der Stammtischmob der Onlinekommentatoren scheint ja die bevorzugte Zielgruppe zu sein.
    [...]

    Und von welchem Stammtisch haben sie die Märchen von den Kürzungen deretwegen die armen Griechen nicht mehr überleben können? [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Ja, ja die Griechen, vor 2000 Jahren haben sie irgendwie einen Abklascht der Demokratie erfunden. Seitdem meinen sie die ganze Welt müsste ihnen dankbar sei!(...) Seit 2000 Jahren sind die Griechen Pleite und ständig auf der Suche nach neuen Geldquellen. Der Beitritt zur Eurozone war sozusagen wie ein 6ser im Lotto für dieses Volk. (...)
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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