Eurokrise: Rendite spanischer Anleihen auf Vier-Jahres-Tief

Eurokrise
Rendite spanischer Anleihen auf Vier-Jahres-Tief

Am Donnerstag will Spanien Anleihen an dem Märkten ausgeben, zuvor gibt es positive Signale. Die Rendite zehnjähriger Bonds fiel auf den tiefsten Stand seit Dezember 2009. Anleger hoffen auf eine Erholung der Wirtschaft.
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Frankfurt/MainDie Hoffnung auf ein Comeback der spanischen Wirtschaft hat die Anleger am Mittwoch in die Staatsanleihen des Landes getrieben. Die Rendite der zehnjährigen Bonds fiel auf 3,764 von 3,812 Prozent am Vorabend und notierte damit so niedrig wie seit Dezember 2009 nicht mehr. „Wir haben solide Nachfrage nach Anleihen aus der Peripherie, es gibt kaum Verkäufer“, erklärte ein Händler.

Die Renditen der zehnjährigen Bonds könnten noch bis auf 3,5 Prozent fallen. Die Regierung in Madrid will am Donnerstag erstmals in diesem Jahr wieder die Kapitalmärkte anzapfen und bis zu fünf Milliarden Euro aufnehmen. Dabei steht eine neue fünfjährige Anleihe auf dem Emissionskalender.

Für das Gesamtjahr 2014 plant Spanien nach Angaben des Finanzministeriums Emissionen im Volumen von 242,4 Milliarden Euro. Netto – also nach Abzug geplanter Rückzahlungen fälliger Anleihen – würde das eine zusätzliche Schuldenaufnahme von 65 Milliarden Euro bedeuten. Spanien will zudem die günstigeren Renditen für die Begebung mittel- und länger laufender Anleihen im Volumen von 133,3 Milliarden Euro nutzen, wie das Ministerium am Mittwoch weiter mitteilte.

Auch irische Anleihen waren am Mittwoch wieder gefragt. Die Rendite fiel auf 3,266 Prozent von 3,287 Prozent am Vorabend. Das ist der niedrigste Wert seit Anfang 2006. Auch portugiesische Bonds waren gesucht. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen setzte ihren Abwärtstrend fort und notierte mit 5,292 (Vorabend: 5,452) Prozent so niedrig wie zuletzt im Mai 2013. Viele Anleger setzen darauf, dass auch Portugal wie Irland bald an den Kapitalmarkt zurückkehren könnte.

Deutsche Bundesanleihen waren weniger gefragt: Der Bund-Future notierte mit 139,85 Punkten neun Ticks im Minus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist hier immer wieder die gleiche Melodie: Wie das Pfeifen im dunklen Walde, der sich auch die heute meistens gleichgeschaltete Presse anschließt: aus Quantensprüngen pro Quartal macht man den großen wirtschaftlichen Wiederaufstieg der ehemaligen Schwachwährungsländer einschließlich Frankreich: Die Realität zeigt das genau entgegengesetzte Bild und der griechische Außenminister hat als EU-Präside jetzt das Motto verkündet: Keine Vorschriften mehr, sondern unbedingte Zahlung: Alle PIIGS+F-Staaten sind heillos überschuldet, haben weder die Mittel zur Rückzahlung der eingegangenen Schulden und schon gar nicht zur Restrukturierung ihrer über die Jahre von 2003 - 2013 demolierten Wirtschafts- und Finanzstruktur: Die Märkte wissen offenbar, daß der Goldman-Sachs-Beauftragte Draghi so lange Zinsen unten und Druckmaschinen laufen lässt, bis die ganze europäische Wirtschaft in der geschaffenen Geldmenge ersäuft und über Inflation oder Deflation kollabiert - Aber da ist Draghi längst in Pension und ihm kann dann eben so wenig nachgewiesen werden wie aus seiner Vorzeit als Italienischen Politiker und Vorarbeiter für Goldman Sachs: Das Volk trägt dann immer die Lasten der Königstaten, wie Horaz vor mehr als 2000 Jahren bereits bemerkte.
    Mit freundlichen Grüßen von der AfD, die jetzt als erste Nachkriegspartei eine Ergänzung des Art. 20 GG um Elemente der Konkordanz im Parteiprogramm vereinbaren wird. Denn bisher geht zwar alle Gewalt vom Volke aus, kehrt aber nie mehr dahin zurück, so der Staatsrechtler Isensee.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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