Europäische Covered Bonds
Turbulenzen bei gedeckten Anleihen

Die Liquiditätsklemme wirbelt auch den Markt für deutsche Pfandbriefe und europäische Covered Bonds durcheinander. Die Risikoaufschläge (Spreads) – die Renditeabstände der mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten Bankenanleihen gegenüber den Interbankensätzen – sind für diesen eigentlich stabilen Markt drastisch gestiegen.

HB FRANKFURT. Die französische Bank Natixis spricht von einer „dramatischen, beispiellosen“ Entwicklung. Besonders betroffen sind britische Covered Bonds. Die Spreads der gedeckten Papiere von Northern Rock schnellten laut Händlern am Freitag um 0,20 auf bis zu 0,55 Prozentpunkte über die Swap-Sätze, auf deren Grundlage Banken feste in variable Zinszahlungen tauschen. So hohe Aufschläge gab es noch nie für einen Covered Bond. In normalen Zeiten sind zudem Schwankungen um nur 0,02 Prozentpunkte die Regel.

Die Turbulenzen hatten sich schon Anfang des Monats verstärkt, als die britische Bausparkasse Nationwide einen Covered Bond mit einem Spread von 0,15 Prozentpunkten begab, den sie vor der Krise mit einem Abschlag zum Swap-Satz hätte platzieren können. Davon wurden auch deutsche Pfandbriefe und französische Covered Bonds belastet, obwohl sie sich besser hielten als Papiere aus anderen Ländern.

Seit der Nationwide-Emission traute sich keine Bank mehr mit einem großen Papier an den Markt. Im Handel wurden die Geld-Brief-Spannen für eigentlich liquide großvolumige Jumbo-Covered Bonds deutlich erweitert. Am Freitag machten Gerüchte die Runde, dass der Handel mit Jumbos von Northern Rock nicht mehr funktioniert.

Covered Bonds gelten durch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen selbst dann als ausfallsicher, wenn die emittierende Bank insolvent wird. Fundamental gebe es keine Gründe für die Entwicklung, und die Bewertungen seien eigentlich attraktiv, meint Sebastian Sachs, Covered-Bond-Analyst bei der DZ Bank. Investoren fürchteten aber noch weiter steigende Spreads und hielten sich deshalb mit Käufen zurück.

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