Europäische Staatsanleihen
Hoffnung auf EZB-Käufe drückt Renditen

Mit Wertpapierkäufen will die EZB eine Spirale fallender Preis und Investitionen verhindern. Anleger hoffen, dass die Notenbank ihre Bemühungen bald noch weiter verstärkt. Das drückt die Bondrenditen.

FrankfurtIn der Hoffnung auf verstärkte Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich Anleger am Dienstag mit europäischen Staatsanleihen eingedeckt. Dies drückte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundestitel auf 0,645 von 0,688 Prozent. Italienische Papiere rentierten bei 1,783 Prozent nach 1,805 Prozent am Vortag.

Am Montag hatte der Chefvolkswirt der Notenbank Italiens, Eugenio Gaiotti, in einem Reuters-Interview davor gewarnt, dass die EZB in ihrem Kampf gegen die drohende Deflation ins Hintertreffen geraten könne. Mit ihren Wertpapierkäufen will die Notenbank eine Spirale fallender Preis und Investitionen verhindern. Sie strebt eine Teuerung von knapp zwei Prozent an. Ihre Inflationsprognose für 2016 schraubten die EZB-Experten aber Anfang des Monats auf 1,1 von 1,5 Prozent zurück. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny betonte, dass die Teuerung niedrig bleiben werde, solange die Wirtschaft nur langsam wachse.

„Ich bin nicht überzeugt, dass sie bereits für Oktober irgendwelche Maßnahmen signalisieren wollen“, sagte Volkswirt Elwin de Groot von der Rabobank. „Die Aussagen bestärken uns aber in der Einschätzung, dass die EZB ihre Stimuli wohl aufstocken muss, wenn sich zwischen heute und Dezember nichts ändert.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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