Europäische Zentralbank „Gegen die EZB wird niemand spekulieren“

Die Europäische Zentralbank hat erklärt, dass sie Anleihen von Schuldenstaaten einfach aufkaufen wird. Aber wird sie das wirklich tun? Nein, meint ein EZB-Ratsmitglied. Das sei gar nicht nötig.
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Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, will alles tun, um den Euro zu retten. Quelle: dpa

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, will alles tun, um den Euro zu retten.

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Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Panicos Demetriades muss die Europäische Zentralbank möglicherweise keinen Euro-Cent für Staatsanleihekäufe ausgeben.
Die Ankündigung, dass das neue Anleihekaufprogramm der EZB unbegrenzt sei, dürfte bedeuten, dass „im Endeffekt keine Aktion nötig ist“, sagte Demetriades, der die zyprische Zentralbank leitet, im Interview mit Bloomberg News in Nikosia, Zypern. „Niemand wird gegen die unbegrenzte Feuerkraft einer Zentralbank spekulieren. Das stabilisiert die Währungen von Ländern, bei denen die Investoren das wissen. Niemand würde beispielsweise gegen die Federal Reserve antreten.”

Die Renditen spanischer und italienische Anleihen sind deutlich gesunken, seit EZB-Präsident Mario Draghi am 26. Juli erklärte, er werde alles Nötige tun um den Euro zu bewahren. Das am 6. September vorgestellte neue Bondkaufprogramm der EZB unter dem Namen Outright Monetary Transactions (OMT) sieht vor, dass die Zentralbank so viel wie nötig ausgibt, um die Finanzierungskosten in Ländern der Eurozone einzudämmen, wenn diese zunächst den Konditionen für ein Rettungspaket zustimmen.

„Eine Zentralbank hat die wundervolle Möglichkeit, die kein anderer Marktteilnehmer hat, wenn sie sagt, ‚ich werde alles tun was nötig ist‘ und jeder ihr glaubt”, sagte Demetriades. „Im Endeffekt machen sie möglicherwies gar nichts.“
Im Rahmen ihres vorhergehenden begrenzten Anleihekaufprogramms hat die EZB 220 Milliarden Euro investiert.

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23 Kommentare zu "Europäische Zentralbank: „Niemand wird gegen die unbegrenzte Feuerkraft spekulieren“"

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  • "Also entweder die Krisenstaaten werden schnell wettbewerbsfähig (aber dann brauchte es die EZB-Garantie nicht), oder die EZB muss in der Tat kaufen bis sie platzt."

    Richtig, aber Wettbewerbsfähigkeit erreicht man nicht dadurch, das man gegen eine Währung wetten läßt, sie sich zerlegen läßt wie Filetstücke, oder sie runterbabbelt, sondern durch echte Investitionen. Und die laufen nun mal mit weniger Zinsen besser an. Und wären diese Zinsspekulationen mit den ganz schlauen Ökonomen, die in die Welt gesetzt haben, über 7% Zinsen machen einen Staat pleite und noch einige andere Schwachheiten, nicht, wären auch die schwächeren Länder schon ein Stück weiter.
    Hier sind die Politiker auf Experten reingefallen, deren Interessen immer nur derjenige erahnen konnte, welcher gerade zur besten Sendezeit publiziert wurde, und wer gerade den besten Bankenskandal gefunden hatte.

  • Die Feuerkraft von Platzpatronen allerdings.

    Wer, außer der ezb, kauft denn künftig noch freiwillig Anleihen auf Euro? Die Spekulation geht doch dann erst richtig los, aber nicht mehr gegen einzelne Pleiteländer, sondern gegen die Eurozone insgesamt. Und klar, die Leute werden alle Anleihen und Zettel, die auf Euro lauten, zum Kauf anbieten. Oder gegen Ausfall versichern.

    Am Ende hat die ezb sämtliche Euroanleihen in ihrem Schrank. Deren Wert allerrrdings, ähnlich der damaligen Ostmark, weitaus geringer sein dürfte, als gedacht.Und der Wert des Euros natürlich ebenfalls.

  • Bingo ... Sie haben es schnell und einfach zusammengefasst.

  • „Niemand wird gegen die unbegrenzte Feuerkraft spekulieren“

    Herr Draghi, mit Platzpatronen werden auch sie den Finanzkrieg nicht gewinnen.
    Alle Rettungsversuche, werden kläglich scheitern.

  • Wer schon vor 40 Jahren über die Charaktere, die Innovationsfähigkeit und die Produktivität südeuropäischer Nationen informiert war, hätt damals schon keinen Pfennig für deren Junks ausgegeben - und heute noch viel weniger. Der einzige "Kunde" für die PIGS ist die Zentralbank, und sonst niemand!

  • Fehleinschätzung

    Die Idee, allein die Ankündigung der unbeschränkten Kaufbereitschaft durch die EZB würde ausreichen, die Märkte zum Kauf von Südländer-Anleihen zu bringen, fußt auf einer falschen Grundannahme: nämlich dass es sich nur um eine Liquiditätskrise handele, die aus der Fehleinschätzung oder gar der Bösartigkeit der Anleger herrühre. Das ist aber falsch.

    Die Südstaaten haben echte Insolvenzprobleme mit Pleite-Risiko, und die gehen nicht weg, weil die Zentralbank ihre Anleihen kauft. Also entweder die Krisenstaaten werden schnell wettbewerbsfähig (aber dann brauchte es die EZB-Garantie nicht), oder die EZB muss in der Tat kaufen bis sie platzt.

    Merke: die Eurokrise ist keine Staatschuldenkrise und schon gar keine bloße Liquiditätskrise, sie ist eine Zahlungsbilanzkrise.

  • Korrekt, man sollte das Nicht-Kaufen-Wollen von Schrottpapieren nicht mit Shorts vergleichen.

  • ..doch ich werde dagegen spekulieren, sobald sich ein sicherer Ansatzpunkt im Chartbild ergeben wird. Bei diesem Rumgemurkse, Gelüge und den ganzen Schulden in der EU, erscheint mir die Wette einen Einsatz wert. Sorry, es geht um unsere Altersvorsorge und um unser Erspartes:-) Ironie off

  • Das ist zwar zunächst richtig was Demetriades sagt, nur sollte man bedenken, wer denn niedrigverzinste Staatsanleihen kauft, die hoch riskant sind ? Niemand !

    Letztendes wird diese Sorte Staatsanleihen ALLE allein die EZB kaufen müssen. Diese Schuß geht auf die Dauer nach hinten los und zwar richtig.

  • Das ist zwar zunächst richtig was Demetriades sagt, nur sollte man bedenken, wer denn niedrigverzinste Staatsanleihen kauft, die hoch riskant sind ? Niemand !

    Letztendes wird diese Sorte Staatsanleihen ALLE allein die EZB kaufen müssen. Diese Schuß geht auf die Dauer nach hinten los und zwar richtig.

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