Europäischer Anleihemarkt
Anleiherenditen sinken

Die Notierungen liegen am europäischen Anleihemarkt mehrheitlich im Plus. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen notierte einen Basispunkt niedriger. Derweil wirft die anstehende EZB-Ratssitzung ihre Schatten voraus.
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Am europäischen Anleihemarkt haben die Notierungen am Dienstagnachmittag mehrheitlich im Plus gelegen. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen notierte zuletzt mit knapp 1,67 Prozent einen Basispunkt niedriger. Der Bund-Future stieg um fünf Basispunkte auf 143,72 Prozent. US-Treasuries rentierten mit 2,72 Prozent zwei Basispunkte niedriger.

Das Geschäft war von Unsicherheit geprägt. „Die in der kommenden Woche anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wirft ihre Schatten weit voraus“, hielten die Volkswirte Johannes Jander und Ulrich Wortberg von der Helaba in ihrem Morgenkommentar fest. „Es stellt sich die Frage, ob die Währungshüter weitere Lockerungsmaßnahmen beschließen werden oder nicht.“

Angesichts der unterschiedlich dynamisch verlaufenden konjunkturellen Erholung im Euroraum dürfte die Unsicherheit bis zur nächsten EZB-Sitzung am 6. März erhalten bleiben. So war das französische Geschäftsklima im Februar mit einem Stand von 94 unter den erwarteten 95 geblieben und enttäuschte damit - im Gegensatz zu dem überraschend starken deutschen ifo-Index vom Dienstag.

Italien platzierte inflationsgeschützte Staatsanleihen mit Laufzeit bis 2018 und Nullkuponpapiere, die im Dezember 2015 fällig werden. Letztere erreichten bei der Rendite ein Rekordtief von 0,822 Prozent, während die Inflationslinker auf 1,2 Prozent kamen. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Referenzanleihe sank um zwei Basispunkte auf 3,6 Prozent.

In Portugal ging es um ebenfalls zwei Basispunkte auf 4,83 Prozent nach unten. Damit setzte sich der Rückgang den dritten Handelstag in Folge fort. Das Land hatte am Vortag den Plan eines Rückkaufs von Papieren mit einer Laufzeit bis Oktober 2014 und Oktober 2015 mitgeteilt. Portugal versucht, mit dem Auslaufen des Rettungsprogramms am 17. Mai wieder vollen Zugang zu den Anleihemärkten zu erlangen.

Die portugiesische Schuldenagentur hatte am Montag mitgeteilt, sie plane am Donnerstag Bonds, deren Laufzeit im Oktober diesen und nächsten Jahres ende, zurückzukaufen. Die Kupons der Papiere liegen bei 3,6 und 3,35 Prozent. Portugal will noch im Mai das Rettungsprogramm seiner Euro-Partner und des IWF im Volumen von 78 Milliarden Euro verlassen und finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen. In diesem und nächsten Jahr muss das Land Anleihen im Volumen von rund 19,6 Milliarden Euro tilgen.

ICAP-Stratege Philip Tyson sagte, die Rückkauf-Pläne machten Sinn. „Portugal profitiert derzeit von einer guten Stimmung am Markt.“ Das Land habe eine Reihe von Auktionen erfolgreich hinter sich gebracht und man habe den Eindruck, Portugal arbeite konsequent daran, dass Rettungsprogramm zu verlassen.

Zuletzt kam Portugal bei der Ausgabe kurzfristiger Anleihen günstiger an Geld. In der vergangenen Woche hatte die Notenbank zudem die erste positive Leistungsbilanz seit 1993 bekannt gegeben.

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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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