Europäischer Anleihemarkt: Renditen steigen – nur in Griechenland nicht

Europäischer Anleihemarkt
Renditen steigen – nur in Griechenland nicht

Die Notierungen am europäischen Anleihemarkt sind ins Trudeln geraten. Grund sind die Verbraucherpreise im Euroraum. Eine Ausnahme ist Griechenland – der Staat profitiert von der Suche der Anleger nach höheren Renditen.
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Am europäischen Anleihemarkt haben die Notierungen am Freitagmittag mehrheitlich im Minus gelegen. Die höher als erwartet ausgefallenen Verbraucherpreise im Euroraum hatte für steigende Renditen gesorgt. Eine Ausnahme bildete die Entwicklung in Griechenland.

Mit 0,8 Prozent hatte der Preisanstieg im Februar über der Prognose von 0,7 Prozent gelegen. Noch deutlicher fiel die Abweichung bei der Kernrate aus, die mit einem Prozent über den erwarteten 0,8 Prozent lag. „Der Anstieg der Inflationsrate der Eurozone überrascht vor dem Hintergrund der schwächeren Werte in Deutschland, Italien, Spanien und Belgien“, schrieb Volkswirt Ralf Umlauf von Helaba. Mit den Zahlen lasse der Druck auf die EZB, bei ihrer Ratssitzung in der kommenden Woche weitere Maßnahmen zu ergreifen, nach.

Am Donnerstag hatten die vorläufigen Verbraucherpreise aus Deutschland, die im Februar auf Monatsbasis um 0,5 Prozent gestiegen und damit hinter den erwarteten 0,6 Prozent geblieben waren, von keinerlei Inflationsgefahren gezeugt. Dies war als Argument für diejenigen EZB-Mitglieder, die für weitere geldpolitische Schritte plädieren, gewertet worden und hatte die Anleihen gestützt.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen notierte mit 1,61 Prozent fünf Basispunkte höher, nachdem sie am Vortag ebenso stark nachgegeben hatte. Der Bund-Future sank um 53 Basispunkte auf 144,54 Prozent. Die Renditen an der Peripherie legten weniger stark zu. In Griechenland fielen die zehnjährigen Anleihen sogar erstmals seit 2010 wieder unter sieben Prozent und notierten zuletzt zwölf Basispunkte tiefer bei 6,90 Prozent. Damit profitierte das Land von der Hoffnung, dass der Euroraum die Krise überwunden hat und von der Suche der Anleger nach höheren Renditen.

US-Treasuries rentierten mit 2,66 Prozent zwei Basispunkte höher. Am Nachmittag stehen mehrere US-Konjunkturdaten wie das US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal und der Chicago- Einkaufsmanagerindex auf dem Programm, die für neue Impulse sorgen könnten. Das BIP dürfte laut 2. Schätzung um 2,5 Prozent zugelegt haben, während bei dem Einkaufsmanagerindex von einem Rückgang auf 56,4 im Februar nach 59,6 ausgegangen wird.

US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen hatte am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats zwar von einer weitergehenden Verringerung des Anleihekäufe gesprochen, die Sorgen vor einem strafferen Kurs aber gedämpft. „Die Leitzinsen würden danach niedrig bleiben, denn von Vollbeschäftigung sei man in den USA noch weit entfernt“, schrieben die Volkswirte der National-Bank in Essen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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