Experten raten nach starken Gewinnen zur Vorsicht
Bei Firmenbonds droht eine Trendwende

Der Mut hat sich gelohnt: Investments in risikoreichere Anleihen brachten in den vergangenen Jahren mehr ein als der Kauf von Staatsanleihen aus den Industrieländern. Die Anleihekurse stiegen weitaus stärker als die Notierungen der Staatspapiere, spiegelbildlich sanken die Zinsaufschläge dramatisch.

Das galt sowohl für Bonds aus Schwellenländern als auch für Unternehmensemissionen. Bei Firmentiteln profitierten parallel jene mit Investment-Grade und – noch weitaus markanter – jene unterhalb dieser mittleren bis erstklassigen Rating-Stufen.

Anleger sollten laut Experten allerdings zwischen den Titeln aus Emerging Markets und denen der Unternehmen unterscheiden. Jetzt sei eine negative Entwicklung bei den Unternehmensanleihen nicht mehr auszuschließen, sagt Mauro Toldo, Emerging-Markets-Experte bei der Dekabank. Die Diskussion darüber, ob die US-Autobauer General Motors und Ford nach ihren Gewinnwarnungen ihren Status als Schuldner mit Investment-Grade verlieren könnten, habe die Märkte verunsichert.

Seit Mitte März sind in Europa die Risikoaufschläge (Spreads) für Unternehmensanleihen mit Investment-Grade um 0,40 auf rund 0,80 Prozentpunkte gestiegen. Bei Autoanleihen haben sich die Renditevorsprünge auf über zwei Prozentpunkte mehr als verdoppelt. „Zwar wirken die Anstiege abseits der Autobranche moderat, aber es gibt eine klare Trendwende“, sagt Thorben Kremers, Kreditstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Viele Banken hätten Renditeanstiege bei Unternehmensanleihen erst zur Mitte des Jahres erwartet. Doch jetzt seien bei den Investoren die Risiken wieder in den Vordergrund gerückt, beschreibt Kremers die aktuelle Lage.

Auch Jochen Felsenheimer, Kreditstratege bei der Hypo-Vereinsbank, ist davon überzeugt, dass sich der Markt nachhaltig gedreht hat. „Das Risiko-Ertrags-Profil von Unternehmensanleihen ist mittelfristig wenig attraktiv“, sagt Felsenheimer. Denn positive Impulse wie Entschuldung, deutlich bessere Unternehmensergebnisse und sinkende Ausfallraten seien passé. Allerdings gebe es keinen Grund zur Panik, heißt es in einer aktuellen Studie der DZ-Bank.

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