Experten sprechen von Konsolidierung
Ausverkauf am Anleihemarkt setzt sich fort

Die Anleihemärkte standen gestern weiter unter Druck, obwohl es keine Richtung weisenden Konjunkturdaten gab. „Der Markt ist technisch angeschlagen, und die Stimmung scheint sich zu drehen“, sagte Peter Müller, Zinsstratege bei Commerzbank Corporates & Markets.

FRANKFURT/M. Am Vortag hatte unter anderem der überraschend gute Ifo-Index Spekulationen über eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) angeheizt.

Bundesbank-Präsident Axel Weber verschärfte gestern Abend in München nochmals den Ton. Die Währungshüter müssten zum Handeln bereit sein, sagte das Mitglied des EZB-Rats. Eine Notenbank könne zwar mit einer klaren Kommunikation für Glaubwürdigkeit der Geldpolitik sorgen. „Aber zu gegebenen Anlässen reichen Worte unter Umständen nicht aus, dann ist Handeln gefragt“, sagte Weber.

Commerzbank-Stratege Müller erwartet keine Zinsanhebung in diesem oder Anfang nächsten Jahres. Die Reaktion der Rentenmärkte sei daher übertrieben. Händler sprachen von einer überfälligen Konsolidierung. Im September war die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zeitweise unter drei Prozent gefallen und lag damit nach einhelliger Meinung zu niedrig.

Gestern notierte der Terminkontrakt Bund-Future 0,39 Prozentpunkte im Minus bei 120,62 Prozent. Die sich gegenläufig zum Kurs entwickelnde Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg deutlich auf 3,37 Prozent. In den USA schnellte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe nach oben auf 4,6 Prozent.

Deutschland stockte gestern die fünfjährige Bundesobligation um fünf auf zwölf Mrd. Euro auf. Dabei zahlte der Bund eine Durchschnittsrendite von 2,92 Prozent. Zur Marktpflege wurden 849 Mill. Euro einbehalten, so dass die Emission anderthalbfach überzeichnet war.

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