Extra-Sicherheiten
Rekord-Renditen für griechische Anleihen

Der Streit um Kreditsicherheiten hat griechischen Anleihen stark zugesetzt. Für langfristige Papiere wurden mehr als 18 Prozent Zinsen berechnet, die Renditen für zweijährige Anleihen stiegen auf fast 47 Prozent.
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FrankfurtDie anhaltende Debatte um Sicherheiten für griechische Kredithilfen hat die Renditen von Anleihen des hoch verschuldeten Landes auf Rekordhöhen getrieben. Die Zinsen für zehnjährige griechische Staatsanleihen sind am Donnerstag auf ein Rekordhoch gestiegen. Für die langfristigen Papiere wurden am Donnerstag mehr als 18 Prozent Zinsen berechnet. Der Abstand zu zehnjährigen Staatsanleihen aus Deutschland betrug damit mehr als 16 Prozentpunkte.

Zweijährige griechische Papiere warfen mit bis zu 46,931 Prozent so viel ab wie noch nie seit Einführung des Euro (spätes Vortagesgeschäft: 44,107 Prozent). Auch die Versicherungen gegen den Ausfall griechischer Staatsanleihen (CDS) legten erneut zu. Um eine Summe von zehn Millionen Euro abzusichern, mussten nach Angaben des Datenanbieters Markit 2,3 Millionen Euro gezahlt werden - 162.000 Euro mehr als gestern. 

Ausgelöst wurde der Anstieg am Donnerstag durch die Sorge, dass Forderungen nach Sicherheiten das zweite milliardenschwere Rettungspaket der EU für Griechenland untergraben könnten. Finnland hat ein entsprechendes Sonderabkommen mit Athen ausgehandelt. Das Abkommen muss von den anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone gebilligt werden, damit es in Kraft tritt. Sollte dies geschehen, haben vier weitere Staaten - die Niederlande, Österreich, Slowenien und die Slowakei - angekündigt, ebenfalls Sicherheiten einzufordern.

Deutschland und andere Staaten der Eurozone sind gegen das von Finnland verfolgte Abkommen, weil dieses durch die neuen Rettungskredite finanziert würde. Finnland hat angekündigt, nicht von seinem Vorhaben abzulassen. Ministerpräsident Jyrki Katainen sagte aber, seine Regierung sei zu Änderungen der Details des Abkommens bereit.

Nach dem Abkommen würde das schuldengeplagte Griechenland Hunderte Millionen von Euro als Sicherheiten für Finnland bereitstellen. Das Geld und die daraus erwirtschafteten Zinsen würden den finnischen Beitrag zum Rettungspaket absichern. Österreich kündigte an, die Finanzminister der Eurozone aufzufordern, dafür zu sorgen, dass für alle am griechischen Rettungspaket beteiligten Staaten die gleichen Bedingungen für Sicherheiten gelten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Sicherheiten" für Kredite des Rettungsfonds für Finnland. Entweder erhalten alle Kreditgeber diese Sicherheiten oder keiner. Eine "Sonderregelung Finnland" kann es ja wohl nicht geben! Einige EU Mitglieder wollen sich offensichtlich immer wieder auf Kosten anderer bereichern! Entweder wollen wir nun gemeinsam den Euro und arbeiten gemeinsam in diese Richtung oder wir lassen es! Das selbstsüchtige Gezerre ist schon unerträglich!

  • Der lobenswert, die finnische Politik. Die machen nicht die Augen davor zu, dass Griechenland in nicht allzu ferner Zukunft pleitegehen und damit große Teile der europäischen Kredite verloren sein werden.

    Soviel Verantwortung geht leider unseren Politikern völlig abhanden!

  • tick-tack tick-tack tick-tack....

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