EZB-Anleihenkauf
Investoren zweifeln an Draghis Versprechen

Vor einem Jahr versprach EZB- Präsident Mario Draghi, den Euro zu schützen. Heute sind sich die großen Investmentfondsgesellschaften uneins, ob sein Versprechen, alles Notwendige zu tun, ausreichen wird.
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Ein Jahr, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi versprach, den Euro notfalls durch den Kauf von Staatsanleihen zu retten, bleiben die Anleihenmärkte ruhig. Obwohl der Bankenkrach in Zypern und die politischen Patts in Italien und Portugal drohten, die Schuldenkrise in der Region wieder aufflammen zu lassen, blieben die Renditen der Südländer unter Druck.

Was das über die Leistung des Draghis aussagt, darüber sind sich die Großinvestoren uneinig. Für das Deutsche Asset & Wealth Management und den Vermögensverwalter BlackRock  ist es ein Zeichen für Draghis Erfolg. Andere Investmentfonds zweifeln, dass Notenbank-Chef hält, was er verspricht und verkleinern ihre Bestände an europäischen Staatsanleihen.

Claus Meyer- Cording, Fondsmanager bei DWS in Frankfurt, die zu Deutsche Asset & Wealth Management gehört, glaubt, dass der Markt Draghi Glauben geschenkt hat. „Niemand wagt es, gegen die EZB zu spekulieren, und ich bin recht optimistisch, dass wir diese Situation aufrechterhalten können. Es war eine gute Strategie von Draghi“, sagt er. Und: „Die Drohung ist manchmal stärker als die Umsetzung.”
Das Versprechen des Notenbank-Präsidenten hat die Kreditkosten für die höchstverschuldeten EU-Länder gesenkt, ohne dass die EZB einen einzigen Euro ausgeben musste. Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen liegt heute bei 4,68 Prozent. Am 26. Juli 2012 – dem Tag vor Draghis Rede –  musste sich der krisengebeutelte spanische Staat zu Rekordzinsen von 7,75 Prozent refinanzieren. Auch Italien profitierte von Draghis Versprechen: Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen fiel binnen eines Jahres um mehr als zwei Prozentpunkte.

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Trotz Zweifel: Zentralbank hat das sagen

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