EZB: Banken bereiten Drei-Jahres-Tender vor

EZB
Banken bereiten Drei-Jahres-Tender vor

In Erwartung des zweiten Drei-Jahres-Tenders der EZB haben die Banken in der Euro-Zone am Dienstag bei der Notenbank lieber für sieben Tage als für vier Wochen Gelder geordert.
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FrankfurtBeim Sieben-Tage-Tender holten sich 160 Kreditinstitute insgesamt 142,75 Milliarden Euro bei der Notenbank ab. Nach einer Reuters-Umfrage vom Vortag war bei diesem Tender mit einem niedrigeren Volumen von etwa 115 Milliarden Euro gerechnet worden. Da zugleich beim Monatstender weniger Geld als erwartet abgerufen wurde, sprachen Händler von einer Umschichtung zugunsten des Wochentenders.

Für die Erfüllung der Mindestreserve sind derzeit nach Berechnungen der EZB unter Berücksichtigung von Ab- und Zuflüssen wie Steuern und Abgaben 322,5 Milliarden Euro ohnehin zu viel im Interbankenmarkt. Da die Institute einander aber nicht vertrauen, legen sie die überschüssige Liquidität bei der EZB in der Einlagefazilität. Diese stieg denn auch per Montagabend auf 510,23 Milliarden Euro von 507,87 Milliarden Euro am Sonntagabend. Beim 28-Tage-Tender teilte die EZB 18 Banken 14,325 Milliarden Euro zu. Der Reuters-Umfrage zufolge hatten Händler bei diesem Tender mit einer Zuteilung von 30 Milliarden Euro gerechnet.

„Es sieht so aus, als hätten die Banken mit Blick auf den Drei-Jahres-Tender Ende des Monats lieber nur für sieben Tage Geld aufgenommen als für vier Wochen“, sagte ein Händler. Die Spekulationen über die Nachfrage der Banken nach dem billigen Geld für drei Jahre liegen der Reuters-Umfrage zufolge bei rund 500 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau des ersten Drei-Jahres-Tenders, den die EZB kurz vor Weihnachten den Banken angeboten hatten.

Die Tagesgeldsätze verharrten am letzten Tag der Mindestreserveperiode unverändert um 0,25 Prozent, dem Zins für die Einlagefazilität der EZB.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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