Fed-Aktion
Wirkung bei Anleihen verpufft

Die konzertierte Aktion der Notenbanken unter Führung der Fed ist zwar auch an den Märkten für Staats- und Unternehmensanleihen nicht spurlos vorübergegangen. Sie wurden aber vor allem durch die Rally der Aktien beeinflusst. Anleihestrategen davon aus, dass die Wirkung der Fed-Aktion ganz schnell wieder verpuffen und die Märkte nicht lange beeinflussen wird.

FRANKFURT. Die Staatsanleihen litten nur am Dienstag unter der angekündigten Liquiditätsspritze der Notenbanken für die Banken und der sich anschließenden Aktienrally. Am Mittwoch jedoch zeigten sich Staatspapiere im Euro-Raum vom weiteren Kursanstieg der europäischen Aktien nicht beeindruckt und pendelten um das Vortagsniveau.

Aktien bieten weitaus höhere Gewinnchancen als Staatsanleihen der Industrienationen, bei denen Anleger ihr Geld am Ende der Laufzeit zurückbekommen. Wenn Investoren an den Aktienmärkten Potenzial sehen, schichten sie deshalb ihr Geld aus den sicheren Anleihen in Aktien um.

In diesem Jahr haben die Staatsanleihen angesichts der Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur und der Finanzmarktkrise erneut ihren Ruf als sicherer Anlagehafen behauptet. Deshalb stiegen die Kurse und im Gegenzug sanken die Renditen. Anfang der Woche brachten zehnjährige Bundesanleihen nur 3,73 Prozent Rendite und damit so wenig wie seit 15 Monaten nicht. Am Mittwoch rentierten die Papiere mit 3,77 Prozent weiter niedrig.

Noch eindeutiger ist die Lage in den USA. Dort rentierten zehnjährige Staatsanleihen vor der Aktion der Notenbanken unter 3,50 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2003. Am Dienstag stieg die Rendite zwar auf 3,60 Prozent; sie fiel am Mittwoch aber rasch wieder, als die Gewinne der US-Aktienmärkte abbröckelten. "Der übergeordnete Trend zu weiter sinkenden Renditen ist intakt", meint denn auch Ralf Umlauf, Rentenanalyst bei der Helaba.

Fundamental habe sich nicht viel geändert, urteilt Umlauf. "Die US-Notenbank versucht, Liquidität in die Märkte zu pumpen, aber die US-Konjunktur schwächelt, und zunächst sind weiter schwache Wirtschaftsdaten zu erwarten." Das könnte die Renditen mittelfristig erneut die bisherigen Jahrestiefs testen lassen.

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