Fed-Zinsentscheid im März
Trump scheucht Anleihe-Händler auf

Dem Anleihemarkt ist plötzlich bewusst geworden, dass die Federal Reserve ihre Leitzinsen schon in gut zwei Wochen anheben könnte. Für den Sinneswandel sorgen die Wirtschaftspläne von Donald Trump.
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SingapurJanet Yellen hat die Märkte gewarnt, dass die Straffung bei der Sitzung des Offenmarktausschusses am 14. und 15. März auf der Agenda stehen wird. Doch die Händler schienen nicht so recht überzeugt – bis jetzt. Kurse von Futures zeigten am Montag, dass Händler eine Leitzinsanhebung Mitte des Monats mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent erwarten – ein Anstieg um gut zehn Punkte gegenüber Freitag. Auch die Swaps signalisieren, dass die Chance auf eine Straffung zunimmt.

Doch warum der Sinneswandel? Noch wollen sich die Analysten nicht so recht festlegen, es gibt viele Faktoren, die dazu beigetragen haben könnten, die Erwartungshaltung der Investoren so drastisch zu ändern. Ein wichtiger Faktor ist – wie so oft in den vergangenen Wochen – der US-Präsident Donald Trump. Dieser will bei seiner Rede vor dem US-Kongress am heutigen Dienstag seine Ausgabenpläne zu umreißen. Anleger erwarten, dass die Pläne die US-Wirtschaft weiter stärken könnten. Der Dow Jones-Index legt seit zwölf Sitzungen in Folge eine Rally hin. Der Präsident der Dallas-Fed, Robert Kaplan, sagte, die Währungshüter sollten ihre Zinsen „lieber früher als später“ erhöhen, ohne übermäßig auf die Markterwartungen zu achten.

„Ich denke, dass eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent vernünftig ist“, wenn man auf eine Straffung im März setzt, sagte Hiroki Shimazu, Ökonom bei der japanischen Tochter von MCP Asset Management in Tokio. „Es gibt einen optimistischen Tenor am Aktienmarkt. Es gibt Inflationsdruck. Das wird die Fed dazu bringen, die Zinsen anzuheben.“

Einen Sprung um zehn Punkte bei den Futures für die Erwartung einer Fed-Zinserhöhung im März gab es das letzte Mal am 15. Februar. An dem Tag zeigte ein US-Bericht einen Anstieg des Verbraucherpreisindex auf. Auch Yellen hielt eine Rede und sagte, sie hoffe, dass die Wirtschaftsentwicklung ein schnelleres Straffungstempo ermöglichen werde.

Diese Woche wird es von Yellen abhängen, bei ihrer Rede am Freitag für mehr Klarheit über ihre Pläne zu sorgen. Nicht alle Händler setzen auf eine Straffung: „Der Markt ist etwas durcheinander, was den März angeht“, sagte Peter Jolly, Leiter Markt-Research bei National Australia Bank in Sydney. „Janet Yellen wird Argumente dafür liefern müssen, wenn sie das vorhaben sollten. Ich würde noch immer gegen März wetten.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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