Finanzbranche
Eurohypo muss Jumbo teuer bezahlen

Die Eurohypo will einen Pfandbrief über mindestens eine Mrd. Euro begeben, der für sie jedoch teuer werden dürfte. Geplant ist ein fünfjähriger mit Hypotheken gedeckter Jumbo. Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers und die Beinahe-Insolvenz der Hypo Real Estate haben die Risikoprämien für Jumbos steigen lassen.

FRANKFURT. Die Eurohypo will einen Pfandbrief über mindestens eine Mrd. Euro begeben, der für sie jedoch teuer werden dürfte. Geplant ist ein fünfjähriger mit Hypotheken gedeckter Jumbo. Im Gespräch war dafür gestern ein Renditeaufschlag (Spread) von einem Prozentpunkt über dem für Banken maßgeblichen Swap-Satz zum Tausch fester gegen variable Zinsen. Dieser lag für fünf Jahre gestern bei 2,81 Prozent. Einen so hohen Aufschlag musste noch keine deutsche Bank zahlen.

Der Spread erscheint auch der Eurohypo selbst als hoch, wie die langen Diskussionen innerhalb des Hauses über die Emission zeigen. So entscheidet sie erst heute, ob die Konsortialführer offiziell Kaufaufträge von Investoren sammeln dürfen. Üblich ist es eigentlich, die Auftragsbücher zu öffnen, sobald der Renditeaufschlag in etwa fest steht.

Im August 2008 hatte die Eurohypo einen fünfjährigen Hypotheken-Jumbo mit einem Spread von 0,1 Prozentpunkten platziert. Seither haben die Pleite der US-Bank Lehman Brothers und die Beinahe-Insolvenz der Hypo Real Estate die Risikoprämien für Jumbos steigen lassen. So musste die Postbank Anfang Februar schon einen Aufschlag von 0,85 Prozentpunkten bieten, um Investoren zu locken. Dass die Eurohypo noch mehr zahlt, sehen Analysten mit gemischten Gefühlen: "Es ist zwar gut, dass die Euroyhpo den Markt für neue Jumbos belebt, aber der hohe Spread dürfte ausstehende Papiere zumindest zunächst noch weiter unter Druck bringen", sagt Michael Schulz von der NordLB.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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