Finanzierungslücke
Griechenland will fällige Anleihen verlängern

Im kommenden Jahr wird Griechenland offenbar ein Defizit von bis zu elf Milliarden Euro aufweisen. Daher will der Staat einige Anleihen verlängern, die bald fällig gewesen wären.
  • 32

AthenGriechenland will die drohende Finanzierungslücke im kommenden Jahr mit einer Verlängerung fälliger Anleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro teilweise überbrücken. Dabei handele es sich um Bonds, die eigentlich im März 2014 fällig seien, sagte Finanzminister Yannis Stournaras in einem am Montag veröffentlichten Interview der Zeitung „Naftemporiki“. Die Regierung hatte die Anleihen begeben, um den kriselnden Bankensektor mit Liquidität versorgen zu können. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass Griechenland 2014/2015 eine Finanzierungslücke von fast elf Milliarden Euro schließen muss.

Die Euro-Länder und der IWF haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern. Mit Hilfe des zweiten Rettungspaketes ist das Mittelmeerland bis in die zweite Jahreshälfte 2014 finanziert. Es wird erwartet, dass die internationalen Kreditgeber noch im November über weitere Hilfszahlungen entscheiden. Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2014 zusätzliche 3,8 Milliarden Euro benötigt werden. Der IWF rechnet mit 4,4 Milliarden Euro.

Das Mittelmeerland steckt das sechste Jahr in Folge in der Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt nahe 28 Prozent, bei den jungen Griechen sogar bei 60 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Finanzierungslücke: Griechenland will fällige Anleihen verlängern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Nachrechner

    Thanks for shedding some light on this issue.

    Es sieht also dann so aus, daß es sich um Anleihen handelt die von Zentralbanken des ESZB gehalten werden.

    Und die weigern sich, die Verluste die mit einer Verlängerung verbunden sein könnten hinzunehmen.

    ...

    Die Ausrede "monetäre Staatsfinanzierung" ist in diesem Fall allerdings dumm.

    Denn JEDE Zentralbank, die IRGENDWELCHE Assets hält, muß damit rechnen daß dieselben im Zuge einer Insolvenz an Wert verlieren können.

    Es wäre monetäre Staatsfinanzierung ohne Vorliegen geldpolitischer Notwendigkeiten Staatsanleihen zu kaufen.

    Sich an einem Schuldenschnitt durch Umschuldung im Rahmen einer Sanierung eines insolventen Gläubigers zu gleichen Bedingungen wie andere Gläubiger zu beteiligen wäre das nicht.

    ...

    Aus diesem Grund ist das Ansinnen von Stournaras nur recht und billig.

    Und die Tatsache, daß diese Finanzierungslücke von Anfang an vorhanden war ist Ausdruck der Tatsache, daß die Euro-Staaten davon ausgegangen sind, daß die ESZB-Zentralbanken auch zu dieser Einsicht kommen würden.

  • Wie schön das man die Schulden immer wieder verlängern kann und für die Bedienung der Zinsen weitere Hilfs-Milliarden stets zugestanden bekommt. Allein, je mehr Milliarden an Schulden aufgetürmt werden, desto weniger werthaltig wird der EURO in Europa. Die USA sind uns da schon ein Stück voraus, eigentlich eher ein Grund dem nicht nachzueifern. Aber wer wird schon aus Fehlern anderer klug? Man will doch den Schmerz am eigenen Leib verspüren.

  • in den Abgrund und wird uns und die EURO Träumer mitnehmen. Armes Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%