Finanzierungsquelle
Krise macht Islam-Bonds attraktiv

Westliche Firmen nehmen wegen der US-Hypothekenkrise zunehmend islamische Anleihen als alternative Finanzierungsquellen ins Visier. Die spezielle Form der Anlage verringert Risiken, bietet jedoch keine Zinsen. Aber dennoch entdecken immer mehr Großkonzerne diese Investments für sich.

HB DUBAI. Angesichts der hohen Liquidität in vielen ölreichen arabischen Ländern rückten mit islamischem Recht konforme Bonds verstärkt auch in den Blick nordamerikanischer Großkonzerne, sagte Deutsche-Bank-Manager Geert Bossuyt auf einer Finanzkonferenz in Dubai. „Mit diesen Anleihen können die Firmen zwar ihren Finanzierungsbedarf nicht komplett abdecken, aber sie bekommen so einen Fuß in die Märkte.“

Der Hauptunterschied der Papiere zu westlichen Bonds ist der Verzicht auf Zinszahlungen, wie ihn der Islam fordert. Der Gläubiger wird stattdessen etwa an der zugrunde liegenden Sicherheit beteiligt.

Immer mehr der weltweit 1,3 Mrd. Muslime sind an diesem System der „murabaha“ interessiert, das ohne Zinsen auskommt. 2010 dürfte Expertenschätzungen zufolge rund eine Billion Dollar an Vermögen nach islamischem Recht verwaltet werden.

Die Deutsche Bank arbeite mit einigen bekannten Firmen aus den USA und Kanada zusammen, die 2008 in Malaysia Anleihen von bis zu 500 Mill. Dollar begeben wollten, sagte Bossuyt, der für das Institut den Bereich Strukturierte Finanzierungen im Nahen Osten verantwortet. Auch in der Golfregion werde die Emissionstätigkeit von Firmen aus westlichen Ländern zunehmen.

Experten haben bisher vor zu großer Euphorie bei Anlagen nach islamischem Recht gewarnt. „Wir sehen Islamic Banking nicht als den riesigen Zukunftsmarkt, sondern als Nische, die bisher noch wenig ausgeschöpft ist“, hatte Christian Mangold, Senior Manager der Financial Services Group des Beratungskonzerns Arthur D. Little noch vor wenigen Monaten gesagt.

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