Finanznot
US-Kommunen fürchten die Insolvenz

Der amerikanische Schuldenberg wächst rasant. Viele Anleger trauen darum den US-Bundesstaaten wie Kalifornien nicht mehr und verkaufen deren Anleihen. Besonders die politischen Verschiebungen machen den Geldgebern Angst. Denn im Ernstfall drohen hohe Verluste.
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NEW YORK. Während die Rettung Irlands vor dem Staatsbankrott die Schlagzeilen in europäischen Medien beherrscht, zeichnen sich ähnliche Probleme bei den Kommunen und Bundesstaaten der USA ab. Staaten wie Kalifornien und Städte wie San Francisco kämpfen mit sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Pensionsverpflichtungen. Immer mehr Investoren haben Angst, dass die Staaten und Städte ihre Schulden bald nicht mehr bedienen können, und kehren deshalb dem 2,8 Bio. Dollar großen US-Kommunalanleihemarkt den Rücken. So zogen Anleger nach Angaben des Dienstleisters Lipper in der vergangenen Woche mit drei Mrd. Dollar soviel Geld aus offenen Anleihefonds ab wie noch nie zuvor in den vergangenen 19 Jahren.

Die Folge: Bundesstaaten und Kommunen müssen bei Platzierungen immer höhere Zinsen bieten, um sich überhaupt Geld leihen zu können. Dies könnte früher oder später zu Insolvenzen führen, die Washington zwingen dürfte, den Bundesstaaten zur Hilfe zu eilen. Als "Topkandidaten" gelten wegen der explodierenden Budgetdefizite das von Arnold Schwarzenegger regierte Kalifornien und Präsident Obamas Heimatstaat Illinois. "Kalifornien wird früher oder später als Schuldner ausfallen", ist sich Chris Whalen, Geschäftsführer bei Institutional Risk Analytics sicher.

Auslöser für den Abschied der Investoren aus den Kommunalanleihen sind die politische Veränderungen in Washington nach den Parlamentswahlen Anfang November. Denn es gilt vielen als höchst unsicher, dass die nun im Repräsentantenhaus dominierenden Republikaner das auslaufende Anleiheprogramm "Build America Bonds" (BAB) verlängern. Bei diesem in der Finanzkrise aufgelegten Programm übernahm die Regierung in Washington 35 Prozent der Zinszahlung von Anleihen, die Kommunen und Bundesstaaten begaben. Dies erlaubte etwa auch dem Bundesstaat Illinois, dessen Bonität CMA Datavision noch schlechter bewertet als die des Irak, zu einigermaßen auskömmlichen Konditionen am Kapitalmarkt Geld zu leihen. Insgesamt konnten dank des BAB-Programms in den vergangenen 19 Monaten Anleihen im Wert von 160 Mrd. Dollar platziert werden. Sollte der Kongress das Programm nun nicht verlängern, steht dieses Geld entweder gar nicht mehr zur Verfügung oder muss zu noch höheren Zinszahlungen beschafft werden.

Kalifornien bekam dies vergangene Woche bereits zu spüren. Um Anleihen im Wert von zehn Mrd. Dollar überhaupt platzieren zu können, musste der Bundesstaat die Rendite um 25 Basispunkte anheben und zahlt nun immerhin 14 Mio. Dollar mehr an Zinsen für diese Anleihen.

Einige Analysten glauben, dass die Rekorddefizite der öffentlichen Haushalte schon bald mehr Anleger dazu verleiten werden, den US-Kommunalanleihen den Rücken zu kehren. "Sobald einige Schuldner Anleihen nicht mehr bedienen, kann es eine Panik geben wie 2008", sagte die unabhängige Staranalystin Meredith Whitney, die die Finanzkrise richtig vorhergesagt hatte, kürzlich in einem Interview. Andere Analysten halten das für überzogen. So verwies die Ratingagentur Fitch zuletzt darauf, dass historisch gesehen nur ein minimaler Bruchteil der öffentlichen Anleihen in den USA ausgefallen seien. Doch dieser Hinweis ficht Whitney nicht an. Die Ratingagenturen würden immer noch auf die letzten 40 Jahre gucken. "Und das waren zufällig die sichersten 40 Jahre für diese Anlageklasse."

Investoren müssen sich im Fall von Zahlungsausfällen möglicherweise trotz Hilfen aus Washington auf Verluste (Haircuts) einstellen. Washington werde bei der Insolvenz eines Bundesstaates wohl erst danach einspringen, vermutet Whalen. "Sie müssen helfen, weil sonst das Rating der USA leidet", sagte er. Aber mit einer Insolvenz werde man die Investoren an den Verhandlungstisch zwingen, um Zugeständnisse zu erreichen. Das sei auch gut so. "Denn wir brauchen eine Restrukturierung der Schulden."

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  • Tja so läuft das mal so wenn man nicht rechtzeitig die bremsen anzieht und das politisch notwendige unterlässt.
    Selbst ein Rep. wie Arnold stand da an der Wand und jetzt kann der neue Gouverneur die Suppe auslöffeln.
    Was die Meg gemacht hätte weiss ich nicht.Vielleicht das Land bei e bay versteigern lassen.Leider nicht so einfach,wer will das schon kaufen.
    Das alles hat mit dem Schauspieler Ronny begonnen.Für ihn war ja alles überreguliert.
    Die Rechte Seite ist bei diesen Problemen genauso hilflos wie die Linke.
    Jedes Kongress und Senatsmitglied möchte ja wiedergewählt werden.
    Also " Let's Kick the ball down the Road" und bevor wir was falsches tuen ,tun wir lieber nichts.
    Die ignoranten der Teaparty werden das System auch nicht umdrehen .
    Die Wähler werden auf diesen Schlamassel schon irgendwie reagieren. Wie weiß ich nicht.
    So viel vom "Golden California"

  • A_A_A
    Ach was, kann ja alles gar nicht sein: Sind doch alle Tripple A !
    Und möchte wetten, daß die Fimostapo im betreiben von Suppenküchen "allererste Sahne" sind.

  • denen die dass Problem sind, sowie von denen die dieses Problem lösen könnten.
    Diejenigen die jahrzentelang schamlos überall abgefischt haben, werden durch die insolvenz auch einen Großteil ihres Vermögens verlieren. Zusätzlich werden sie die Menschenmassen gegen sich aufbringen, da heutzutage nichts mehr lange Geheim gehalten werden kann.
    Das Problem ist die ungerechte Verteilung von Reichtum und die Gier von den Eliten und Mächtigen dieser Erde, dass sorgt für die ganzen Probleme die wir haben und haben werden.
    Um die Menschenmassentsunami zu bändigen müssen die Eliten und Mächtigen dann wieder was sie schon immer Gut konnten. Das Volk dezimieren lassen!!!!

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