Fitch
Euro-Ratings könnten noch im Januar fallen

Die Ratingagentur Fitch kündigt einen ungemütlichen Januar für die Euro-Staaten an. Einige Ratings könnten purzeln. Für den Euro sieht Fitch nur einen möglichen Retter in der Not: Die EZB.
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DüsseldorfEs ärgert nicht nur gehetzte Anleger und herabgestufte Länder, wenn Rating-Agenturen in immer kürzeren Abständen ihr Portfolio neu bewerten: „Ratings haben sich in letzter Zeit öfters geändert, als uns lieb ist“, sagt David Riley, Chef der Länder-Ratings bei Fitch. Doch auch wenn Fitch am liebsten weniger Hiobsbotschaften verbreiten würde – noch in diesem Monat könnten einige Länder auf der Rating-Skala weiter abrutschen. Bis Ende Januar will Fitch alle Kandidaten für eine Herabstufung prüfen und neu bewerten.

Mit diesem negativen Ausblick steht Fitch nicht alleine da: Auch die Rating-Agentur Moody’s hat in einer aktuellen Studie angekündigt, dass sich 2012 weit mehr Ratings verschlechtern als verbessern werden.

Als besonders kritischen Kandidaten sieht Fitch das neueste Euro-Sorgenkind Italien. Eine Herabstufung wäre durchaus denkbar. Die Ratingagentur fürchtet Probleme bei der Refinanzierung, denn 2012 muss Italien fast 200 Milliarden Euro an Anleihen ausgeben. Eine heutige Auktion dürfte solche Befürchtungen allerdings vorerst ausräumen: Dabei zahlte Italien weniger als halb so hohe Zinsen wie bei der letzten vergleichbaren Auktion kurzlaufender Papiere. Derzeit bewertet Fitch Italien mit der Note „A+“.

Die Ratingagenturen tendieren in dieser Krise allerdings dazu, ganzen Gruppen von Staaten mit der Herabstufung zu drohen, auch wenn die Schuldensituation bei jedem eine andere ist. „Die Krise ist eindeutig systemisch. Daher bewerten wir derzeit auch ganze Portfolios neu“, so Riley. Einen Vorschlag, wie der Teufelskreis zu brechen wäre, hat er schon parat: Die Europäische Zentralbank (EZB) muss mehr Staatsanleihen kaufen. „Ohne sie ist der Euro nicht zu retten.“

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„Wir brauchen einen Geldgeber der letzten Instanz“

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  • Ist es nicht schön? Kaum hat jemand etwas von "Entspannung" angedeutet und Italien und Spanien ihre Anleihen günstigter platziert. Schon kommt wie zu erwarten war eine Rating-Agentur um die Ecke, um wieder einmal Negatives loszulassen. Das langweilt einfach .... Diese ganzen Ratings kann man ja wohl völlig vergessen - entweder sie waren vorher völlig falsch oder sind jetzt völlig falsch. Eins geht nur ... denn so schnell können sich Bonitäten nun gar nicht ändern!

  • Die Die EZB als letzter Retter, das ist nicht neu.
    Das Problèm ist der Klotz am Bein der Währungsunion mit namen Angela aus Teutonien!
    Je länger wir warten desto teurer wird es, ........ auch für Teutonien.

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