Fleischwarenhersteller lässt sich von Ratingagentur bewerten
Zimbo bringt neue Anleihe ohne Bankenhilfe

Der Fleisch- und Wurstspezialist Zimbo will auch seine nächste Anleihe ohne Bankenbegleitung unter die Anleger bringen.

cü/pk FRANKFURT. „Wir wollen 2008 wieder eine Inhaberschuldverschreibung im Volumen von 18 Mill. bis 20 Mill. Euro ohne die Banken platzieren“, sagt Manfred Dahmen, Geschäftsführer Finanzen der RZ-Zimmermann GmbH, einer Holding der Zimbo-Gruppe. Das sei eine Anschlussfinanzierung, weil Papiere über 15 Mill. Euro aus dem Jahr 2003 ausliefen. Dabei will sich Zimbo nicht mehr der Kritik aussetzen, die Investoren gingen wegen der fehlenden Bonitätsnote einer internationalen Ratingagentur ein größeres Risiko ein. „Wir reagieren auf die Hinweise des Marktes und werden uns ein offizielles Rating von Standard & Poor’s oder Moody’s einholen“, erklärt Dahmen. Der Finanzchef ist überzeugt, dass die Platzierung mit der Bonitätsnote reibungslos über die Bühne gehen wird, die letzte Emission sei nach sechs Monaten untergebracht worden. Zimbo zahlt einmal jährlich zum 30. September die Zinsen von sieben Prozent. Mit den Erlösen soll der Ausbau in Osteuropa finanziert werden.

Mittelständler haben Ende der neunziger Jahre begonnen, Anleihen in Eigenregie zu platzieren. Die Emissionen sind mit Volumina zwischen zwei und 25 Mill. Euro in der Regel recht klein. Der Duisburger Chemiehändler PCC hat seine erste Anleihe 1998 platziert und ist ein regelmäßiger Emittent. Zu den bekannten Mittelständlern, die Anlegern Anleihen ohne ein Bankenkonsortium verkauft haben, gehören der Verlag Ernst Klett und die FTI-Frosch Touristik.

Im Markt tummeln sich aber auch schwarze Schafe, die das Segment in Verruf bringen. So haben im Juni die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West und die DM-Beteiligungen AG Insolvenz angemeldet, was die Anleger mehrere hundert Millionen Euro kostet. Gegen beide Unternehmen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Anlegerbetrugs.

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