Flucht in Sicherheit
Deutsche Staatsanleihen im Renditetief

Investoren stecken viel Geld in sichere deutsche Bundesanleihen - das drückt die Renditen. Für zehnjährige Staatspapiere gibt es aktuell weniger als drei Prozent und der Trend zeigt weiter abwärts. Erst wenn die Zinssenkungen der Notenbanken greifen, dürften die Renditen wieder anziehen. Damit rechnen Experten so schnell aber nicht.

FRANKFURT. Die Unsicherheit mit Blick auf die Konjunktur, die Zinssenkungen rund um den Globus und die weiter einbrechenden Aktienmärkte treiben Investoren wieder in sichere Staatsanleihen. Besonders gefragt sind deutsche Bundesanleihen und US-Staatspapiere. Die große Nachfrage nach Staatsanleihen lässt deren Kurse steigen und im Gegenzug die Renditen sinken.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe - dem Maß für die langfristigen Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum - liegt derzeit bei gut 2,9 Prozent und steuert auf neue Rekordtiefs zu. Unter 2,9 Prozent und damit auf einem historisch niedrigen Stand lag sie zuletzt Ende Dezember. Die Rendite der zweijährigen Bundesanleihe markiert schon länger fast täglich Rekordtiefs und fiel vergangene Woche unter 1,2 Prozent.

Ein Ende der Flucht in Sicherheit ist noch nicht abzusehen. Im Gegenteil: "Die langfristigen Kapitalmarktzinsen könnten unter ein Prozent fallen", prognostiziert Bob Michele, Anlagechef für festverzinsliche Wertpapiere bei JP Morgan Asset Management. "Wir haben die größte Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren, die Bankensysteme stehen am Rande ihrer Belastbarkeit, und die Notenbanken müssen die Leitzinsen extrem niedrig halten", fasst Michele seine Argumente zusammen.

Andere Strategen erwarten nicht so deutlich fallende Kapitalmarktzinsen wie Michele, gehen aber ebenfalls davon aus, dass Staatsanleihen zunächst gefragt bleiben. So erwarten zum Beispiel die Zinsanalysten von Dresdner Kleinwort und Commerzbank, dass die zehnjährigen Anleiherenditen in Deutschland und den USA bis zum Sommer auf 2,5 beziehungsweise 2,4 Prozent sinken werden. Zehnjährige US-Anleihen rentieren derzeit mit gut 2,9 Prozent. Ein Grund für diese Prognosen ist, dass die meisten Volkswirte noch weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten.

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