Förderbank
KfW legt noch im Juli erste „Öko-Anleihe“ auf

Mit der Ausgabe von „Öko-Anleihen“ will die Förderbank KfW neue Anleger-Gruppen erschließen. Ein erster „Green Bond“ soll noch vor der Sommerpause ausgegeben werden. Nachhaltige Produkte sind derzeit sehr gefragt.
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FrankfurtDie KfW will mit der Ausgabe von „Öko-Anleihen“ neue Anleger-Gruppen erschließen. Noch vor der Sommerpause soll ein erster „Green Bond“ ausgegeben werden, der 500 Millionen bis eine Milliarde Euro schwer ausfallen soll, wie die staatliche Förderbank am Montag ankündigte. Solche „nachhaltigen“ Produkte seien derzeit etwa bei Fonds, Versicherern oder Pensionskassen in Skandinavien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland sehr gefragt und nicht nur eine Modeerscheinung, sagte die für Neuemissionen zuständige Managerin Petra Wehlert in Frankfurt.

Die KfW ist einer der größten Finanzierer von Umwelt- und Klimaschutz-Projekten in Deutschland. Mit fast 28 Milliarden Euro fielen 2013 rund 40 Prozent des Fördervolumens in diese Kategorie.

Mit den „Green Bonds“ soll speziell das Förderprogramm der KfW für Erneuerbare Energien wie Windkraft- und Solaranlagen refinanziert werden, in dem die Förderbank 2013 allein Kredite über 3,6 Milliarden Euro ausgereicht hat. „Der Investor bekommt Rückmeldung in Form von CO2-Einsparungen“, erläuterte Wehlert. Mit jeder Million, die ein Zeichner in die Anleihen investiert, ließe sich der Ausstoß von Treibhausgasen um 800 Tonnen pro Jahr reduzieren, Deutschland müsse 68.000 Euro weniger für Energie-Importe oder fossile Brennstoffe ausgeben. Das werde von einem neutralen Gutachter geprüft. Weniger Zinsen als auf andere Bonds zahlt die KfW dafür nicht: „Es gibt da keinen Öko-Aufschlag, die Investoren sind nicht bereit, auf Rendite zu verzichten“, sagte Wehlert.

Die erste Emission sei in Euro geplant, eine zweite nach dem Sommer könne in Dollar begeben werden, sagte Horst Seissinger, der Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der KfW. Sie ist nicht die erste deutsche Bank mit einem „Green Bond“. Die NRW Bank ist mit einem solchen Produkt bereits auf dem Markt. Weltweit schätzt die KfW den Markt für nachhaltige Anleihen inzwischen auf rund 35 Milliarden Dollar.

Insgesamt muss die KfW in diesem Jahr weniger Geld an den Kapitalmärkten aufnehmen als gedacht. Das Refinanzierungsvolumen werde nur bei 55 bis 60 Milliarden Euro liegen, zehn Milliarden Euro niedriger als zu Jahresbeginn veranschlagt. Ein Grund dafür sei, dass viele Kunden der Förderbank wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen ihre Kredite außerplanmäßig früh getilgt haben, sagte Seissinger. Andere würden später abgerufen als geplant. Im ersten Halbjahr habe die KfW 36,5 Milliarden Euro aufgenommen. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Nährboden für solche Ökofonds sind Zwangsabgaben-Subventionsgesetz bzw. Steuersparanreize die von einer ideologischen Öko-Sozialistischen Politik einer Gesellschaft aufgezwungen werden.
    Können die Steuerersparnisversprechen und Subvention-Zwangsabgabenzahlung von der Politik nicht mehr geleistet werden, weil die Wirtschaft nach und nach an dieser Subvention-Steuerersparnis zu grunde geht, dann fällt auch der Nährboden für solche Öko-Abzockerfonds weg.
    Mit einen Wettbewerbsmarkt (freie Marktwirtschaft) haben diese Ökofonds und damit Kredite nichts mehr zu tun.
    Abzocker pur an der Gesellschaft sind solche Öko-Subventionsprodukte/Steuersparmodelle.
    Wertschöpfung = NULL!

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