Förderer unter Druck
Goldaktien brechen weltweit ein

Der Preisrückgang im Rohstoffsektor hat den Goldaktien schwer zugesetzt. Weit stärker unter Druck geraten sind allerdings die Papiere der Minenunternehmen. Ihnen macht vor allem der enorme Kostendruck zu schaffen.

KAPSTADT. Während der Goldpreis mit gut 820 Dollar je Feinunze fast 20 Prozent unter seinem Allzeithoch von 1 032 Dollar im März liegt, haben die großen Goldförderer seither bis zu 40 Prozent des Marktwerts eingebüßt. Zuletzt legten Gold und Aktien unter starken Schwankungen wieder zu, konnten damit aber die Abschläge bei Weitem nicht ausgleichen.

"Ich denke, der niedrigere Preis zieht jetzt Käufer an", sagte David Moore, Analyst der Commonwealth Bank of Australia der Nachrichtenagentur Reuters. Angesichts der starken Preisschwankungen sei aber eine Prognose schwierig, wie sich der Goldmarkt weiter entwickeln wird. Die zuvor gesehenen massiven Verluste beruhen zu einem guten Teil darauf, dass in den letzten Wochen viel Geld vom boomenden Rohstoffsektor in andere Branchen umgeschichtet wurde, etwa in den Finanzsektor.

Doch unabhängig von der negativen Entwicklung des Goldpreises leiden die Aktien der Produzenten noch unter anderen Faktoren. So stehen die Förderer seit längerem unter einem enormen Kostendruck. 40 internationale Minenunternehmen, darunter vor allem die Goldkonzerne, verzeichneten im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2002 einen höheren Kosten- als Produktionsanstieg. Dies ergab eine Studie von PricewaterhouseCoopers. In Südafrika schlagen neben höheren Preisen für Stahl, Benzin und Sprengstoff auch eine Stromkrise und höhere Tantiemen an den Staat zu Buche.

Für langfristig orientierte Anleger bieten die jüngsten Kursverluste im Goldsektor Experten zufolge eine gute Möglichkeit, das eigene Portefeuille aufzustocken oder sich für ein erneutes Anziehen des Goldpreises zum Jahresende neu zu positionieren. Die Experten von Bank Credit Analyst (BCA) in Südafrika sind überzeugt, dass der Goldpreis trotz niedrigeren Ölpreises und der Erholung des Dollars bald neue Unterstützung finden wird. BCA Research glaubt auch deshalb, dass sich das Blatt schnell wieder wenden kann, weil eine Senkung der Zinsen in Europa dem Goldpreis zugute kommen würde. BCA Research sieht einen fairen Goldpreis bei etwa 925 Dollar - mit steigender Tendenz.

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